"Beautiful Disaster" - Jamie McGuire

Dienstag, 3. September 2013


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Als sie Travis begegnet, ist nichts mehr wie zuvor. Abby fühlt sich unwiderstehlich von ihm angezogen, obwohl er alles ist, was sie nicht will: ein stadtbekannter Womanizer, arrogant, unverschämt – aber leider auch unverschämt sexy. Abby lässt sich auf eine Wette mit ihm ein und gerät in einen Strudel aus Zuneigung und Zurückweisung, Hingabe und Leidenschaft, der beide bis an ihre Grenzen treibt …
Quelle: amazon.de
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"Seit wir uns begegnet waren, hatte sich in jedem von uns etwas verändert. Und was immer das sein mochte, es bewirkte, dass wir einander brauchten. Aus mir unbekannten Gründen war ich seine Ausnahme, und sosehr ich auch gegen meine Gefühle angekämpft hatte, er war meine."
["Beautiful Disaster"|Jamie McGuire|S.230]


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Wie sehr ich mich doch davor gefürchtet hatte, meine schlimmsten Befürchtungen bezüglich dieses Romans könnten sich bewahrheiten: Auch wenn ich es nicht direkt erwartete, als ich die erste Seite aufschlug, fürchtete ich mich doch vor über 400 Seiten Oberflächlichkeiten und nichtssagendes Liebesgeplänkel.

Jamie McGuires Schreibstil war für diese unheilvollen Befürchtungen geradezu ein gefundenes Fressen. Tatsächlich trug ihr für meinen Geschmack etwas abgehackter, liebloser und geradezu spartanischer Schreibstil nicht gerade dazu bei, diese Erwartungen über Bord zu werfen. An so manchen Stellen hätte ich mir detailliertere Be- und Umschreibungen der Situationen, Mimiken, Gestiken und Reaktionen der Charaktere gewünscht, die ihren Sätzen ein wenig Leben einhauchen hätten können. Leider führten die stellenweise lückenhaften und mangelnden Beschreibungen dazu, dass kein reibungsloser Film vor meinem inneren Auge ablaufen konnte. Vor allem zu Anfang hatte ich große Mühe, mich mit diesem eher schmucklosem Schreibstil anzufreunden. Glücklicherweise gewöhnte ich mich nach den ersten 100 Seiten an diese spartanische Erzählweise und von da an war es um mich geschehen und die Seiten flogen nur so dahin.

Denn Eines kann man "Beautiful Disaster" garantiert nicht nachsagen: Kein Pageturner-Dasein zu genießen. Denn ein Pageturner ist dieser Roman definitiv. Kein Wunder, schließlich kann man auf der Liste der Pageturner-Voraussetzungen einen entscheidenden Punkt zu Gunsten von "Beautiful Disaster" abhaken - Unvorhersehbarkeit.
Ich wurde geradezu durch die Handlung geschmissen, geschubst und gerüttelt. Eine wahre Berg- und Talfahrt, die einer Achterbahnfahrt ähnelt, durchlebt der Leser mit den dahinfliegenden Seiten, denn auf keiner darauffolgenden Seite trifft man auf das, was man erwartet. Im Gegenteil: An jeder Ecke lauert eine neue Überraschung, die den Leser in ein wahres Gefühls-Desaster zu stürzen vermag, denn Ich-Erzählerin und Protagonistin Abby Abernathy versteht es, ihre Gefühle und Stimmungen ins Herz und die Magengegend des Leser zu implantieren. Raffiniert schaffte sie es, dass ich auch mein Herz an diesen mysteriösen und dunklen Travis Maddox verlor, ihn ebenso aus seinem bisherigen Vergangenheitschaos und seinem bisherigen Lebenswandel retten wollte, ihn hätte schütteln und ohrfeigen können - nur, um ihm auf der darauffolgenden Seite erneut um den Hals fallen zu wollen. Fest steht jedenfalls: Travis Maddox becircte nicht nur Protagonistin Abby, sondern wickelte irgendwann zwischen Seite 100 und 200 auch mich um den Finger.

Zugegebenermaßen konnte ich mich auf den ersten 100 Seiten mit Mr. Maddox nicht wirklich anfreunden. Die ganze Zeit über erschien er mir wie eine blasse, sehr viel schlechter umgesetzte Version des alleseits geliebten Elyas Schwarz aus Carina Bartschs "Kirschroter Sommer", mit dem Unterschied, es hier mit einer oberflächlichen Variante zu tun zu haben. Doch glücklicherweise gewährt uns Jamie McGuire auf den anderen über 300 Seiten nicht nur tiefere Blicke in sein Inneres, sondern zeigt uns noch andere Seiten des klischeehaften Bad Boys, die einfach zum Schmachten zwingen.
Andere Charaktere hingegen erschienen mir vom ersten Moment an wie aus dem Leben gegriffen, denn jede noch so nebenbei auftauchende Nebenfigur wirkt authentisch und lebensnah. Besonders Abbys Freundin America erwies sich als eine herzallerliebste Figur, die ich sofort in mein Herz schloss. Merke: Die Welt braucht eindeutig mehr beste Freundinnen der America-Sorte.

Auch "Beautiful Disaster" stellte mal wieder unter Beweis, dass es keiner Fantasy- oder Dystopiewelten bedarf, um den Leser mit Spannungsgeladenheit durchgehend zu fesseln, denn Langeweile kam bei mir zu keinem Zeitpunkt auf. Rasant schubst Ich-Erzählerin Abby den Leser von einer Gefühlskatastrophe in die nächste, bis man schließlich erschöpft, atemlos und aufgewühlt am Ende ankommt und nach noch mehr Adrenalin und Gefühlsachterbahn giert.

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Mit "Beautiful Disaster" verhält es sich ein wenig wie mit Achterbahnen: Sie verschütteln, rütteln und stoßen dich durch die Gegend, entlocken dir Schreie und Lachen, Hochgefühl, Kribbeln in der Magengegend und Angst vor dem nächsten Absturz - Kurzum: Sie machen einen unheimlichen Spaß, auch wenn man nicht wirklich festmachen kann, warum eigentlich genau. 
Auch "Beautiful Disaster" stürzt den Leser in ein wahres Gefühls-Desaster und hält über 400 Seiten bereit, die man entweder gierig umblättern möchte oder aber einen zum Zögern veranlassen, weil sie eine nächste zerstörerische Katastrophe für die bis dahin friedliche Situation bereithalten könnten. Amüsante Dialoge, Herschmerz und -klopfen garantiert, eines jedoch sicher nicht: Langeweile! Versprochen.





Vielen Dank an den Piper-Verlag.

Kommentare:

Nora hat gesagt…

Ich habe das Buch auch schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste stehen und bin sehr gespannt darauf!
Liebe Grüße :)
Nora

Livi hat gesagt…

Dann sollte es schleunigst von deiner Wunschliste in dein Regal wandern. :)

suey ♥ hat gesagt…

Mir ging es das genau wie dir. Man muss sich reinkämpfen und mit ihrem Stil warm werden. Ich fand es am Anfang einfach zu schnell und abgehakt, aber sobald ich mich daran gewöhnt hatte flutschte es ;)

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