"Eve & Caleb, Wo Licht war" - Anna Carey

Mittwoch, 17. Juli 2013



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Wie überlebst du, wenn du vor allem fliehen musst, was du kennst?
Seit ihre Mutter während der Großen Seuche vor 16 Jahren gestorben ist, lebt Eve in einem Mädcheninternat. Hier wird sie zu einem wertvollen Mitglied der neuen Gesellschaft ausgebildet – glaubt sie zumindest. Als Eve erkennt, wie sehr sie und die anderen Mädchen ausgebeutet werden sollen, flieht sie. Doch auf ein Überleben in der Wildnis und auf die Flucht vor den Soldaten des Neuen Amerikas ist Eve nicht vorbereitet. Unerwartet hilft ihr Caleb, ein junger Rebell. Kann Eve ihm trauen? Sie weiß, die Soldaten werden die Suche nicht aufgeben, und Caleb ist ihre einzige Möglichkeit zu überleben. Sie muss ihr Leben in die Hände eines Fremden legen.
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"Ich warf die Decke von den Schultern und lehnte mich in die Ecke. Es war mir egal, dass meine Zähne wie die Nächte vorher vor Kälte klapperten. Im Licht der Mondsichel konnte ich die Fotos an den Wänden sehen. Eine junge Familie posierte vor dem Haus. Sie lächelten, hatten die Arme umeinander geschlungen und wussten ebenso wenig wie ich, was ihnen bevorstand."
("Eve & Caleb - Wo Licht war", S. 58)
 
 
Dystopien gibt es zurzeit ziemlich viele, deshalb habe ich auch erst einmal ein paar Meinungen zu „Eve & Caleb – Wo Licht war“ abgewartet, bis ich es mir letztlich selbst kaufte. Mit allzu großen Erwartungen bin ich allerdings nicht herangegangen, da mich der Klappentext eher eine mittelmäßige Dystopie erwarten ließ – und damit lag ich wohl nicht allzu falsch.

Erzählt wird das Buch aus der Perspektive der Protagonistin Eve, weshalb man sich zu Beginn relativ leicht in das Buch einfinden und die verschiedenen Ansichten und Ordnungen der in der Zukunft stattfindenden Welt verstehen kann. Der Schreibstil an sich ist recht einfach, aber durch die vielen Ereignisse auf den im Vergleich dazu recht wenigen, knappen 300 Seiten schafft es die Autorin, das Buch interessant und spannend zu gestalten, wodurch der Schreibstil auch recht flüssig und mitreißend wirkt. Zwar gibt es ab und zu einmal eher langweiligere (ausschweifende) Stellen, aber da diese Phasen nicht allzu sehr überwiegen, konnte ich darüber noch hinwegsehen.

Der Klappentext liefert eigentlich schon die wichtigsten Informationen über die Welt, in der die Geschichte stattfindet: Ein neues Amerika, in der junge Mädchen in einem Mädcheninternat dazu ausgebildet werden, um schließlich ohne jegliche Vorinformation lediglich als „Geburtsmaschine“ zu enden. In einem dieser Mädcheninternate befindet sich auch Eve, die langsam beginnt zu erkennen, welch große Unterschiede es zwischen der Realität und ihren Annahmen von der Welt gibt. Mir hat es am Anfang recht gut gefallen, dass man durch die Ich-Perspektive, in der das Buch verfasst ist, sogleich einen näheren Eindruck von Eve bekommen kann und ihre Ansichten zu verstehen lernt. Insofern war es auch umso interessanter als Leser mit ihr zusammen langsam die tatsächliche Realität kennen zu lernen und mit ihr zusammen auf die Reise zu gehen, auf der sie nicht nur auf der Suche nach der Wahrheit zu sein scheint, sondern auch sich selbst immer besser kennen lernt.

Eve selbst war mir zu Beginn schon recht sympathisch, allerdings hat mich ihre naive Art etwas gestört. Umso sympathischer ist sie mir jedoch auch geworden, als sie im Zuge ihrer Umstellung bzw. ihres Wandels  aufgeschlossener und weniger von Vorurteilen beherrschter wurde. Caleb war mir eigentlich auch von Beginn an sympathisch; dadurch, dass das Buch aus Eves Sicht geschrieben ist, bekommt man zwar nur ihre – ihm anfänglich gegenüber skeptische – Eindrücke vermittelt, allerdings war mir seine hilfsbereite, liebe und teilweise auch amüsante Art schnell sympathisch. Dass er in einer vollkommen anderen Weise und Umgebung als Eve aufgewachsen ist, und sie somit vollkommen verschiedene Ansichten und Vorstellungen haben, merkt man schnell bei der ersten Begegnung der beiden, jedoch wird auch bald klar, dass sie irgendetwas verbindet. Dass die beiden sich nicht vom ersten Moment an ineinander verlieben, hat mir zwar gut gefallen, aber nachdem die anfängliche Ablehnung und Skepsis vonseiten Eves abgelegt war, ging mir die Annährung dann doch ein wenig zu schnell und war mir – wie viele andere Vorgänge – zu vorhersehbar. Eine weitere Hauptfigur ist Arden, welche zwar auf dasselbe Mädcheninternat ging wie Eve, aber aus völlig anderen Verhältnissen stammt, wodurch die beiden sich anfänglich nicht besonders mögen, schnell aber einsehen, dass sie nur miteinander eine Chance zum Überleben haben. Ich konnte ehrlich gesagt wenig mit Arden anfangen, zwar werden im Laufe des Buches ihre Beweggründe und ihr Hintergrund erklärt, ihre Motive verstehe ich aber immer noch nicht so ganz. Und die plötzliche Freundschaft (nach kompletter Ablehnung am Anfang) zwischen Eve und Arden ging mir auch ein wenig zu schnell. An solchen Stellen hat mir teilweise einfach ein bisschen die Tiefe gefehlt.
 
Als Kritikpunkt fand ich zudem fehlende Informationen beispielsweise was die Seuche oder das Gesellschaftssystem angeht – man kann sich zwar ein grobes Bild der Welt machen, Näheres erfährt man leider nicht. Das Ende hat mich dann doch aber wieder neugierig auf den Fortgang der Geschichte gemacht, obwohl ich diese eher als durchschnittlich bezeichnen würde. Vielleicht ändert sich dies jedoch schon im zweiten, am 15. August, erscheinenden Band.
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"Eve & Caleb - Wo Licht war" empfand ich eher als eine durchschnittliche Dystopie, die zwar viel auf den relativ wenigen 300 Seiten bietet, an manchen Stellen dagegen aber an Tiefe und Informationen fehlen lässt. Die Charaktere und die Grundidee haben mich zwar überzeugt, hoffentlich werden diese aber noch im zweiten Band der Reihe etwas ausgebaut.

Kommentare:

Ines Caranaubahx hat gesagt…

Awaaard-Alaaarm! :D
Du bist einer meiner "Ach-du-Scheiße-JA!" Blogs, was das Design angeht... :D Hört sich komisch an... aaaaber ließ es am besten einfach hier nach:
I'm in love with your Blog-Design AWARD ♥ ♥ ♥

Livi hat gesagt…

@Ines Caranaubahx: Vielen lieben Dank, wir freuen uns wirklich sehr darüber. ♥ Schön, dass es dir hier in Design-ästhetischer Hinsicht so gut gefällt. ;-) Eigentlich haben wir uns dazu entschlossen, keine Awards mehr weiterzuverleihen, aus Zeitgründen usw. Mal sehen, ob sich da eine Ausnahme machen lässt ;-)

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