"Escape" - Jennifer Rush

Dienstag, 30. April 2013

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Du kannst nicht mehr nach Hause. Du musstest deinem Vater schwören, nie wieder zurückzukommen. Alles, woran du bisher geglaubt hast, entpuppt sich als Lüge. Du weißt weder, wer du bist, noch, wem du trauen kannst. Du weißt nur eins: Du rennst um dein Leben!
Wer sind die vier jungen Männer, die im Keller von Annas Haus gefangen gehalten werden? Tag für Tag führen Anna und ihr Vater im Auftrag der Sektion medizinische Tests mit ihnen durch. Und Nacht für Nacht schleicht sich Anna in den Keller, um sich heimlich mit Sam, dem Anführer, zu treffen. Denn in ihn ist sie verliebt. Niemand weiß, warum die vier für diese Versuche ausgewählt wurden. Am wenigsten sie selbst, denn ihre Erinnerung reicht nur exakt fünf Jahre zurück. Als sich für Sam und die anderen die Gelegenheit zur Flucht ergibt, schließt Anna sich ihnen an. Es beginnt eine atemlose Jagd quer durch die Vereinigten Staaten, immer auf der Suche nach der wahren Identität der vier Jungen. Und die einzige Spur, die sie haben, ist ein rätselhaftes Tattoo auf Sams Rücken.
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"Er gab seine Freiheit für mein Leben. Bei dieser Erkenntnis wurde mir gleichzeitig heiß und kalt. Der Ausdruck von Ungerechtigkeit, der auf seinem Gesicht erschien, war nicht zu ertragen. Ich wusste weder, was das alles zu bedeuten hatte, noch, was Sam überhaupt nach seiner Flucht aus dem Labor plante, doch wenn ich mich auf eine Seite schlagen musste, war es Sams. Dies war meine Chance. Und meine Entscheidung überraschte mich nicht. Ich hatte es immer gewusst."
("Escape", S.57)
 
Thriller sind normalerweise nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre, wodurch wohl auch mein anfängliches Zögern bezüglich „Escape“ erklärt wird. Eine ansprechende Kurzbeschreibung (und auch Leseprobe) gepaart mit vielen begeisterten Stimmen zu dem Buch ließen es mich schließlich doch kaufen und im Nachhinein bin ich darüber mehr als froh, denn was soll ich sagen? Ich kann mich den Begeisterungsstürmen nur anschließen.
 
Fließend, flüssig, spannend, aber auch gefühlvoll erzählt verlaufen fast die ganzen 319 Seiten, was man einzig dem Schreibstil der Autorin zu verdanken hat. Man wird sogleich mitten ins Geschehen hineinversetzt und der Schreibstil führte bei mir dazu, dass ich sogleich von Anfang an mitgerissen war. Denn auch anders als in anderen Büchern hat sich durch den tollen Schreibstil bei mir in keiner Sekunde Langeweile oder gar Frustration über beispielsweise überlange, detaillierte Beschreibungen angemeldet. Im Gegenteil: Man kann kaum mehr aufhören mit lesen, geschweige denn das Buch gänzlich aus den Händen legen. Infolgedessen habe ich es auch so gut wie in einem Rutsch durchgelesen.
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Die Geschichte rund um die vier verschiedenen Jungen ohne irgendeine Erinnerung an ihr früheres Leben hat mich von Anfang an fasziniert. Was mir an dem Buch dabei besonders gefallen hat, war wohl, dass man als Leser auf dem gleichen Stand ist wie die Personen selbst und mit ihnen gemeinsam der großen „Wahrheit“ um sich selbst näher kommt.
Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive von Anna, welche den Jungen durch ihre Arbeit im Labor während der letzten fünf Jahre näher gekommen ist und zunächst scheinbar ohne jegliche Beteiligung bzw. Mitschuld in die Flucht und die Suche nach der Wahrheit und Vergangenheit der Jungen hineingezogen wird. Man merkt schnell, dass die verschiedenen Zusammenhänge miteinander verknüpft sind; besonders die Idee mit dem Tattoo auf dem Rücken Sams, welches zu verschiedenen Orten mit Hinweisen führt, fand ich dabei toll. Man kann es auch als kleine Entdeckungsreise beschreiben - Stück für Stück erfährt man mit Anna, Sam, Trev, Cas und Nick zusammen immer mehr über ihre Vergangenheit und es wird schnell deutlich, dass Annas eigene Vergangenheit stärker mit derer der Jungen verknüpft ist, als man im ersten Moment vielleicht noch dachte.
 
Ich muss gestehen, was andere Autoren beinahe nie schaffen, erreichte Jennifer Rush bei mir, denn mir waren durchweg alle Charaktere sympathisch. Sie wirken alle völlig authentisch und vielseitig und auch auf Klischees wird verzichtet. Anna mochte ich eigentlich vom ersten Moment an – ich konnte ihre Denkweise, Gefühle und Beweggründe verstehen und fand es im Laufe des Buches ziemlich interessant zu sehen, wie sie sich immer weiterentwickelt und ihre anfängliche Schüchternheit und Unbeholfenheit ablegt. Auch die vier Jungen – Sam, Trev, Cas und Nick – sind mir trotz ihrer unterschiedlichen Charakterzüge schnell ans Herz gewachsen. Man erkennt ihre Verbundenheit durch das jahrelange Eingesperrtsein, ihr gegenseitiges Vertrauen und ihre Wut auf die Verantwortlichen. Jeder Einzelne von ihnen zeichnet sich durch etwas Besonderes aus und auch wenn man am Anfang vielleicht noch ein wenig Zeit benötigt, um ihr oftmals brutales, skrupelloses Verhalten zu verstehen, lernt man sie und ihr Verhalten im Laufe des Buches immer besser kennen und verstehen.
 
Voller Spannung steuert man auf das Ende zu – ich konnte es ehrlich gesagt kaum erwarten und enttäuscht wird man in keiner Weise. Die Geschehnisse am Ende musste ich erst einmal verdauen, es blieben auch einige Fragen offen, welche hoffentlich im zweiten Band der Reihe („Erased“, erscheint Januar 2014 auf Englisch) geklärt werden.
Die Liebesgeschichte zwischen Sam und Anna kann man soweit eigentlich nicht wirklich als solche bezeichnen, aber ich denke im zweiten Band wird diese sicherlich vertieft. Ich finde es hierbei auch schön, dass die Autorin die Gefühle der beiden langsam entstehen lässt, ihnen Zeit gibt sich überhaupt näher kennenzulernen und es nicht – wie in so vielen anderen Büchern – Liebe auf den ersten Blick ist bzw. war.
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Packend, spannend und gefühlvoll. Wer auf der Suche nach einem mitreißenden Roman ist, der es schafft einen nach wenigen Seiten bereits in den Bann zu ziehen und zu fesseln, ist bei "Escape" genau richtig. Das Buch bietet alles, was man sich nur wünschen kann: Spannung, authentische und sympathische Charaktere und eine tolle Geschichte, deren Fortsetzung hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen, deshalb auch:



 

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