"Die Einzige- In deinen Augen die Unendlichkeit" - Jessica Khoury

Samstag, 16. Februar 2013

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Der Dschungel verbirgt ein Mädchen, das nicht sterben kann.

Als Pia ihm begegnet, weiß sie nicht, wohin sie blicken soll. Diese unglaublich blauen Augen. Die wilden Zeichen, die seinen Körper bedecken. Seine Lippen, die ihren Namen so aussprechen wie niemand zuvor. Pia weiß, dass Eio sterblich ist. Im Gegensatz zu ihr, der ersten und einzigen Unsterblichen. Sie weiß, dass sie zusammen keine Zukunft haben. Doch obwohl alles gegen sie spricht, ist ihre Liebe das Einzige, wofür Pia kämpfen wird. Mehr anzeigen Weniger anzeigen
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"Liebe ist doch nichts anderes als ein chemischer Vorgang mit erhöhten Dopamin- und Noradrenalinwerten. Aber so wie Onkel Antonios Gesicht beim Tazen strahlt... Ich frage mich, wie sich das wohl anfühlt.
Sich für kurze Zeit von den Romantik-Chemikalien leiten zu lassen."
("Die Einzige- In deinen Augen die Unendlichkeit | Jessica Khoury | Seite 66)
Mit einem überaus interessantem, aus der Masse stechendem Cover und einem neugierig machendem Klappentext, der zwar nicht sofort den Blitzgedanken "Das-muss-ich-lesen!" hervorruft, jedoch einen kleinen Hoffnungsschimmer auf einen guten Plot samt toller Idee wachweckt, hatte mich "Die Einzige- In deinen Augen die Unsterblichkeit" becirct. Eben genannter Hoffnungsschimmer blieb auch während des Lesens. Blieb, und blieb... und nicht erfüllt. Leider.
 
Zunächst wäre da Jessica Khourys Schreibstil, der sich wunderbar in die Kategorien "knapp", "schlicht" und "angenehm" einstufen lässt - An sich nichts Besonderes oder vom Hocker Reißendes, jedoch angnehm zu lesen und alles andere als für den Lesefluss störend. Ab und an wird man sogar von schönen, malerischen Umschreibungen überrascht, die die Gefühle der Protagonistin und Ich-Erzählerin Pia perfekt und treffend auf den Punkt bringen. Wären da nicht diese ständigen Wiederholungen und langatmigen Ausführungen von Pias Gedankengängen: Ständig wird ihr Gefühlschaos, ihre Hin- und Hergerissenheit zwischen Vernunft und Herz, Wissenschaft und Gefühle beschrieben. Ständig wechselt ihr Gemütszustand zwischen abgrundtiefen Zweifel und wilder Entschlossenheit- was ja okay wäre, wenn dies nicht so oft und immer und immer wieder der Fall sein würde.
 
Dies ließ die Seiten für mich nicht nur zäh wie ein Kaugummi erscheinen, sondern auch Hauptfigur Pia in meinen Augen nicht unbedingt in ein besseres Licht rücken. Von Anfang an erschien sie mir ein wenig flach und konturlos, aber "was noch nicht ist, kann ja noch werden", dachte ich und wurde beinahe bis zum Ende enttäuscht. Nicht nur Protagonistin Pia, sondern auch ihr Angeschmachteter Eio oder sonstige Nebencharaktere erschienen mir bis zum Ende hin nichts als blass. Blass und uninteressant, denn schon bald war ich an einem Punkt, an dem mich der Werdegang der Charaktere überhaupt nicht mehr interessierte oder reizte.
 
Selbst die bereits im Klappentext angekündigte Liebesgeschichte konnte mich alles andere als überzeugen, ich würde sie sogar als wohl das größte Manko an Jessica Khourys Debüt bezeichnen: Unrealistisch, voreilig und überhaupt nicht nachvollziehbar entwickelt sich diese aus heiterem Himmel und mag zwar mit ab und an romantischen Dialogen verlocken, wirkte aber bis zum Ende hin für mich einfach nicht echt oder gar nahegehend.
Abgesehen davon, dass sich dem Leser ziemlich schnell Vermutungen aufdrängen, wer denn nun hier der wahre Bösewicht ist und der Rest sich nur darum dreht, dass auch Pia dies endlich herausfindet und versteht, sind selbst diese Bösewichte in meinen Augen nicht gut ausgearbeitet, ohne nachvollziehbare Motive und schwarz-weiß gemalt.
Einzig und allein wenige, eher unbedeutendere Nebencharaktere schafften es, mich von sich und ihren Handlungen zu überzeugen.
 
Auch wenn ich mich oft aufraffen musste, um Seite um Seite weiterzublättern, einige Passagen als zu uninteressant oder langatmig empfand, um wirklich gebannt an den Seiten zu kleben und ich die Handlung - oder vielmehr die Idee an sich - als recht einfach gestrickt bezeichnen würde, weiß es Jessica Khoury dennoch, ihre Geschichte und Grundidee gut in Szene zu setzen, das muss man ihr lassen. Denn das Mysterium um Pias Unsterblichkeit und um Elysia weiß sehr wohl den Leser zu fesseln und - im Gegensatz zu den Charakteren - neugierig zu machen. Da es sich um einen Einzelband handelt, werden alle Geheimnisse nach und nach gelüftet und auch wenn mich diese nicht wirklich schockieren oder atemlos zurücklassen konnten, war ich überaus überrascht von dem gut gelöstem, alles andere als vorhersehbarem Ende, das Jessica Khoury eingefädelt hatte und mit dem sie mich in der Tat wirklich überzeugen konnte. Zu Ende hin schlägt die Geschichte ganz andere Töne und und vor allem den Epilog empfand ich als gelungen und überraschend glaubhaft und schlüssig.

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Eine einfach gestrickte Grundidee, die Jessica Khoury weiß, in Szene zu setzen und bis auf Langatmigkeiten weitgehend überzeugt. Flache und blasse Charaktere und eine weniger überzeugende Liebesgeschichte sorgen jedoch dafür, dass ich ungerne zurück in Pias Dschungel und das Wissenschaftler Camp Little Cam reisen würde. Ein gelunges, schlüssiges und abgerundetes Ende dieses Einzelbandes kann mich dennoch über die vielen Schwächen nicht hinwegtrösten, verhilft diesem Werk jedoch zu knappen 3 Muffins. 




Vielen Dank an den Arena-Verlag!

Kommentare:

Goldlöckchen hat gesagt…

Hey ihr lieben. Eure Rezensionen sind immer so detailliert! Das beste ist aber euer Blick fürs Detail! Immer diese kleinen süßen Bildchen, die sich bewegen. Wenn ihr wollt könnt ihr mir euer Bearbeitungsprogramm sagen ;) Liebee Grüße

Als kleines Anhängsel -> Ein super toller Blog, den wir lieben...
Ein wunderschöner Blog

Livi hat gesagt…

@Goldlöckchen: Ach, die Animationen meinst du. Dankeschön. ♥ Freut uns, wenn's dir gefällt.

Goldlöckchen hat gesagt…

@ livi wie macht ihr denn solche Animationen? Das sieht so wahnsinnig schwer aus xDD wir haben ja schon Probleme mit Bildern abzurunden xDD

Livi hat gesagt…

@Goldlöckchen: Upps, ich hatte deine Frage im Kommentar zuvor vergessen zu beantworten: Also ich arbeite mit GIMP, Sara arbeitet mit Photoshop. Die Animationen sind auch alle durch ihre Hand und Photoshop entstanden. Soweit ich weiß, gibt es dafür ein bestimmtes Werkzeug bei PS. Aber bestimmt wird sie sich hierzu auch noch äußern. :D

Sara hat gesagt…

@Goldlöckchen: Also eigentlich ist das Machen von Animationen gar nicht sooo schwer. Bei Photoshop kann man, nachdem man die Option "Animation" in einem bestimmten Fenster ausgewählt hat eigentlich ziemlich einfach anschließend die Bilder aneinanderreihen und muss danach beispielsweise nur noch die Zeitdauer bzw. der Zeitabstand zwischen den verschiedenen Bildern bestimmen. :)
Ich kenne mich da allerdings nur ein bisschen bei Photoshop aus.. :)

Goldlöckchen hat gesagt…

Der Photoshop heißt einfach Photoshop? Gibts da nicht viele Programme? :))
Sonst dürften wir das eigentlich auch hinkrieggen. Nur welches Programm auf Google gibts recht viel xDD

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