"Die Ankunft" - Ally Condie

Sonntag, 10. Februar 2013



Image and video hosting by TinyPicIn den zerklüfteten Schluchten der Canyons hat Cassia nicht nur ihre große Liebe Ky wiedergefunden – sondern auch die Erhebung, eine Untergrundbewegung, die das System stürzen will. Als sich beide der Erhebung anschließen, müssen sie sich jedoch trennen. Ky wird auf einem Stützpunkt in einer Äußeren Provinz zum Piloten ausgebildet und Cassia in die Hauptstadt beordert. Dort trifft sie auf Xander, der als Funktionär für die Gesellschaft arbeitet. Kann sie sich ihm anvertrauen? Als eine tödliche Seuche ausbricht und die gesamte Bevölkerung zu vernichten droht, muss Cassia eine Entscheidung treffen …
Image and video hosting by TinyPic
"Tag für Tag wälze ich den Stein, den mir die Gesellschaft aufgebürdet hat, den Hügel hinauf, immer und immer wieder. In meinem Inneren verbergen sich die wahren Dinge, die mir Kraft verleihen - meine Gedanken, die kleinen Sterne meiner eigenen Wahl. Sie kullern mir durch den Kopf: klein, manche glattpoliert vom vielen Rollen, andere neu und rau, manche schmerzhaft kantig."
("Die Ankunft", Cassia, S.29)



Zu behaupten, dass ich es kaum abwarten konnte den letzten Band der Reihe rund um Cassia & Ky in meinen Händen halten zu können, wäre womöglich ein wenig übertrieben. Vom ersten Band „Die Auswahl“ war ich vollkommen begeistert, sodass ich gespannt auf den zweiten Band wartete, der mich letztendlich leider wieder auf den Boden der Tatsachen brachte. „Die Ankunft“ wurde demzufolge von mir weniger euphorisch erwartet, zwar natürlich mit einer gewissen Neugierde auf das Ende, aber mit deutlich weniger hohen Erwartungen.

Die Feststellung, dass ich vielleicht doch mit höheren Erwartungen an den letzten Band herangehen hätte können, kam mir auf den ersten Seiten des Buches: Kam die Handlung im zweiten Band nicht wirklich bzw. schleichend zum Laufen, wird man hier sogleich in die Handlung hineingeworfen und findet sich wieder in der zerbröckelnden Gesellschaft und dem Aufstand gegen eben diese. Man merkt, wie die Ereignisse der andere Bände hier beinahe nahtlos fortgeführt werden und man nun auch die Folgen des bereits Unternommenen beobachten kann: die Aufstände und Auflehnungen innerhalb der Gesellschaft und die Vorbereitungen auf die Abschaffung der Gesellschaft von Seiten der Erhebung. Eben jenes kann man aus der Ich-Perspektive von Cassia, Ky und erstmals auch Xander mitverfolgen. Der Schreibstil, in dem die Geschichte erzählt wird, fand ich schon in den vorherigen Bänden speziell – mir ging es dieses Mal damit ziemlich ähnlich, da ich abermals eine Weile benötigte, mich erst einmal wieder an diesen Schreibstil zu gewöhnen: Oftmals kurze Sätze, allerdings voller Metaphern und Vergleichen - generell einfach ein ziemlich bildhafter Schreibstil, der dazu führt, dass man sich sogleich ein Bild der Atmosphäre und der Stimmung der Charaktere machen kann. Ich glaube das Buch zeichnet sich vor allem durch diesen Schreibstil aus, da es die Autorin perfekt beherrscht, den Leser mit diesem poetischen Stil in den Bann zu ziehen (auch wenn man sich, wie gesagt, womöglich erstmals daran gewöhnen muss).

Schade fand ich, dass man sich eigentlich in einer ähnlichen Situation wie zu Beginn des zweiten Bandes wiederfindet, da Cassia und Ky abermals voneinander getrennt sind und versuchen wieder zueinander zu finden. Dadurch lernt man allerdings immer neuere Facetten von ihnen kennen und leidet regelrecht mit ihnen mit. Ky schafft es zwar im letzten Band nicht mehr besonders zu überraschen, aber seine liebenswerte, ehrliche und berührende Art verzauberte mich erneut. Bei ihm weiß man genau, wofür er kämpft, welchen Zielen er folgt und wie er versucht, diese zu erreichen. Genau das Image and video hosting by TinyPicfehlt meiner Meinung nach bei Cassia. Ehrlich gesagt vermochte sie es noch nie so richtig, meine Sympathie zu erlangen: meist scheint sie selbst nicht zu wissen, was sie will und auch wenn es stets den Anschein hat, dass sie hinter der Erhebung und deren Ziele steht, hatte ich nie den Eindruck gewinnen können, dass sie wirklich richtig und felsenfest hinter diesen Zielen steht. An manchen Stellen scheint sie zwar vollkommen in ihrem Kampf für eine neue Welt aufzugehen, aber an anderen Stellen konnte ich ihre Naivität und Leichtgläubigkeit einfach nicht verstehen. Xander gestaltet sich ein wenig als ein Überraschungscharakter. Begegnete ich ihm im zweiten Band noch mit einer großen Portion Skepsis und teilweise auch Genervtheit über seine hartnäckigen Versuche, Cassia doch noch für sich zu gewinnen, änderte sich dies schnell. Da im dritten Band nun auch Kapitel aus seiner Perspektive geschrieben sind, lernt man ihn immer besser kennen und verstehen und an bestimmten Stellen auch schätzen. Ich hätte nicht erwartet, dass sich hinter diesem zunächst eher farblos erscheinenden Charakter ein ähnlich kämpferischer und zielstrebiger Mensch wie Ky verbirgt. Auch Nebencharaktere wie beispielsweise Indie oder Nei können durch ihre authentische Art begeistern.

Auch schade finde ich, dass die Romantik ein wenig zu kurz bleibt – befindet man sich während des ganzen Buches stets in einem Kampf, bleibt für Momente, in denen die Liebe die Hauptrolle spielt, kaum Zeit. Man merkt zwar, dass die Liebe zwischen Cassia und Ky immer noch so groß ist wie zu Beginn, allerdings kann ich mich jetzt im Nachhinein nur noch an einige wenige Momente erinnern, bei denen man diese Liebe auch mal zu Gesicht bekommt. Hauptsächlich dafür verantwortlich ist die immer fortschreitende und sich weiterentwickelnde Handlung, die kaum ins Stocken gerät. Einzig während der Hälfte ungefähr lässt die Spannung ein wenig nach, aber vor allem während der letzten 200 Seiten kann man die Seiten nicht mehr schnell genug umblättern.
Hm, das Ende ist so eine Sache… Ich hätte nach gut 600 Seiten eigentlich ein wenig mehr erwartet. Zwar kommt alles zu einem gelungenen Ende, alles wird aufgeklärt, aber irgendetwas hat mir gefehlt: Womöglich wäre ein Epilog, der ein paar Jahre später spielt, das Passende gewesen. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache – im Großen und Ganzen ist es ein gelungenes Ende, das einen guten Abschluss der Trilogie darstellt.

Image and video hosting by TinyPic
Wem die ersten beide Bände gefallen haben, wird vom dritten Band genauso überzeugt sein, da die Charaktere nicht minder authentisch und spziell sind, aber auch die Hanldung, die teilweise kaum spannender sein könnte,  nicht enttäuscht.
Obwohl mir persönlich am Ende irgendetwas gefehlt hat, stellt "Die Ankunft" einen gelungenen Abschluss der Trilogie dar, bei dem alles aufgeklärt wird und zu einem Abschluss kommt.

Kommentare:

Selina hat gesagt…

Sehr schöne Rezension!! :)
Ich habe bislang erst den ersten Band gelesen, den ich aber eigentlich echt gut fand. Nun werde ich bald mal "Die Flucht" lesen, da es nun schon mehr als ein Jahr auf meinem SuB liegt und ich schon sehr gespannt darauf bin! :)

Liebe Grüße, Selina

fairytale hat gesagt…

Hört sich echt interessant an... Teil 1 hab ich auch schon lange gelesen, es aber immer noch nich geschafft mir Twil 2 zu besorgen. Das steht wohl bald an! :)

Viele liebe Grüße
fairytale

Reni hat gesagt…

Ich habe deine Rezi jetzt mal nur flott überflogen, da ich "Die Ankunft" bald lesen möchte und da eher etwas unvoreingenommen an die Sache rangehen möchte. Obwohl ich schon von einigen Seiten gehört habe, dass auch der finale Band nicht 100% zu begeistern weiß - passt also zu deiner Review und der Muffinbewertung. :)

"Die Flucht" ließ mich auch schon etwas zwiegespalten zurück und deshalb erwarte ich auf den 600 Seiten ehrlich gesagt auch etwas mehr, vor allem greifbare Gefühle. Ich sehe schon, da sollte ich mich nicht zu sehr drauf freuen.

LG, Reni

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für deinen/Ihren Kommentar.
Jeder einzelne wird gelesen, geschätzt und gegebenenfalls darunter beantwortet. :)

© fearsomeangel.blogspot.com