"Wir beide, irgendwann" - Jay Asher, Carolyn Mackler

Mittwoch, 30. Januar 2013

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Was wäre wenn ..., ich dich heute küsse? Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ...
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"Josh sieht sich verstohlen um, ehe er flüstert: "Nach dem Abendessen sollten wir ns noch mal diese Webseite anschauen. "Machen wir", entgegne ich.
"Ich hab gedacht, wir sollten uns mal ein Codewort überlegen, damit die Leute nicht wissen, wovon wir reden."
"Wie wär's mit "Facebook"?", schlage ich vor und lasse den Motor an. "Davon hat noch niemand was gehört.""
("Wir beide irgendwann", Emma, S.129)
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„Wir beide, irgendwann“ ist bei mir eher durch einen Spontankauf gelandet, allerdings hatte ich davor schon einige Male vor dem Regal gestanden und ein wenig mit mir gehadert, es zu kaufen. Vollkommen neugierig machen konnte mich nämlich weder die Kurzbeschreibung, noch die Leseprobe und auch jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass mich das Buch nicht wirklich begeistern konnte. Interessant fand ich eigentlich auch die Tatsache, dass das Buch von zwei Autoren – Carolyn Mackler und Jay Asher – geschrieben wurde, wobei „Tote Mädchen lügen nicht“ von letzterem mir ziemlich gut gefallen hatte.

Die Grundidee von „Wir beide, irgendwann“ war etwas, das mich dann doch ein wenig neugierig werden ließ: 1996 gab es noch kein Facebook, kaum jemand hatte schon einen Computer und auch das Internet kam erst nach und nach. Genau zu dieser Zeit bekommt Emma ihren ersten Computer und gelangt durch Zukunft auf ihre Facebook Seite – 15 Jahre später allerdings und sieht ihr ganzes Leben vor sich. Was zunächst äußerst spannend und interessant klingt, wurde meiner Meinung nach nicht wirklich ausgebaut, trotz der vielen Möglichkeiten, die diese Idee eigentlich bereitstellt.

Der Schreibstil ist relativ einfach und jugendlich, was auch daran liegt, dass die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Emma und Josh erzählt wird. Man findet dadurch auch relativ schnell in die Geschichte hinein und lernt beide Charaktere immer näher und besser kennen. Allgemein betrachtet würde ich sagen, hat mich keiner der Charaktere wirklich von sich überzeugen können. Meist gibt es ja in Büchern ein paar Charaktere, die einem entweder vollkommen sympathisch oder eben das genaue Gegenteil davon, nämlich völlig unsympathisch, sind – hier allerdings wirkten alle Charaktere ziemlich unauthentisch und farblos. Aber nicht nur von ihrer häufigen Naivität und Einseitigkeit war ich nach einer Weile nur noch genervt, sondern auch die Ereignislosigkeit in der Mitte des Buches trug nicht unbedingt dazu bei, dass ich Seite für Seite voller Spannung umblättern wollte. Emma und Josh beginnen sich immer mehr im Kreis umeinander zu drehen und vor allem Emmas Beweggründe konnte ich nach einer Weile kaum noch nachvollziehen. Josh dagegen mochte ich nach einer Weile relativ gerne, da er von allen Charakteren noch der natürlichste war und er mir an einigen Stellen wirklich einfach nur noch leidtun konnte.

 „Was wäre wenn…?“ Ich glaube, diese Frage haben wir uns alle schon einmal gestellt und stellen sie uns wahrscheinlich täglich sogar mehrmals. In „Wir beide, irgendwann“ kann man hervorragend sehen, was für Folgen kleine, normalerweise unbedeutsame Dinge haben können. Da kann es schon einmal dazu führen, dass eine umgekippte Vase 1996 zu einem anderen Ehemann in der Zukunft 15 Jahre später führt. Diese Ausblicke in die Zukunft haben mir an dem Buch am besten gefallen. Auch wenn, wie bereits gesagt, die Charaktere nicht wirklich überzeugen konnten, war die Grundidee an sich auf jeden Fall ein Grund, das Buch zu lesen. Zwar hätte diese wirklich besser umgesetzt werden können, allerdings ist das Buch dennoch unterhaltsam - es fehlt trotzdem an etwas mehr Tiefe, um das Buch zu einem absoluten Lesehighlight werden zu lassen.

"And all the roads we have to walk are winding
And all the lights that lead us there are blinding

Ich mache das Radio wieder aus. Ich brauche kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich jetzt nach Hause fahre, mich in mienem Zimmer einschließe und den Zugang zu einem dieser verschlungenen Wege für immer blockiere."
("Wir beide irgendwann", Emma, S.140)


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Wer auf der Suche nach etwas Unterhaltsamen für zwischendurch ist, ist hier an der richtigen Stelle. Allerdings sollte man bei "Wir beide, irgendwann" auch nicht mehr erwarten, da die Grundidee trotz vieler Möglichkeiten nicht wirklich umgesetzt wird und die Charaktere häufig völlig einseitig und farblos erscheinen. Schade, denn das Potential ist eigentlich vorhanden gewesen.




Kommentare:

Mara hat gesagt…

Eine - wie immer - wunderschöne Rezension! Das Buch steht bei mir noch ungelesen im Regal und ich erwarte auch nur eine Unterhaltung für zwischendurch was ja aber nicht schlecht ist :)
Alles Liebe,
Mara

My world full of books hat gesagt…

Hab ich bei dem Buch auch so gesehen. Vor allem das Ende fand ich ein bisschen schade, das h'tte man doch noch ein bisschen ausbauen koennen, aber das Buch war trotzdem ganz suess.

Nora hat gesagt…

Auch wenn es ein wenig enttäuschend zu sein scheint, werde ich dem Buch mal eine Chance geben, denn die Story klingt ziemlich interessant...
Liebe Grüße,
Nora

Miss Bookiverse hat gesagt…

Ich fand das Buch auch sehr mittelmäßig, eher sogar schlecht, weil ich Emma total nervig fand. Fast schade, um die schöne Grafik, die ihr mal wieder gebastelt habt :)
Ach und sag mal, heißt der Junge nicht Josh? ;)

Sara hat gesagt…

@Mara: Dankeschön. :) "Wir beide, irgenwann" ist auf jeden Fall etwas Unterhaltsames für Zwischendurch (aber leider eben auch nicht mehr..). Ich wünsche dir schon einmal viel Spaß beim Lesen. :)

@My World full of books: Vom Ende hatte ich auch mehr erwartet, da ja auch im Voraus kaum etwas passiert ist. Vor allem hätten die beiden Autoren wirklich mehr daraus machen können.. :)

@Nora: Die Story fand ich im Voraus auch ziemlich interessant, es ist vor allem auch mal etwas anderes. :) Ich bin schon gespannt, wie dir das Buch so gefallen wird. :)

@Miss Bookiverse: Oh Gott! Du hast recht.. Ist das peinlich, er heißt wirklich Josh. :D Ich sollte wohl nicht mehr nachts Rezensionen schreiben. :D Danke fürs Drauf-aufmerksam-Machen. :D ♥
Emma hat mich stellenweise auch richtig genervt, vor allem ist sie mir auch oft so naiv erschienen... :)

Miss Bookiverse hat gesagt…

@Sara: Kein Problem ;)
Ich fand Emma vor allem egoistisch und ziemlich launisch, halt typisches Teenager-Klische.

Annchen hat gesagt…

Öhm... Kann es sein, dass die Kurzbeschreibung zu einem anderen Buch gehört? ;)

Sara hat gesagt…

@Annchen: Oje, vielen Dank für deinen Hinweis.♥♥♥
Nächstes Mal lese ich mir lieber alles mehrmals durch. :D *schäm*

Elskamins Schätze hat gesagt…

Ach herje, eigentlich steht das Buch auch schon seit Monaten auf meinem Wunschzettel...
Nu ja, vielleicht warte ich einfach auf die TB- Ausgabe...

Elif hat gesagt…

Oh, mal wieder typisch ich! Den Brief hab ich gestern direkt gelesen und dachte mir "gleich schreibst du denen mal, dass das Buch bei dir angekommen ist", aber natürlich habe ich es wieder vergessen. Umso besser, dass du es jetzt selbst schon gesehen hast. :D

Bislang finde ich die Wahl auch sehr gut! Man kann wirklich viel dazu kommentieren und das wurde bis jetzt auch schon fleißig gemacht, da könnt ihr wirklich gespannt sein. :D Vielen Dank! :)

Und ein weiteres Dankeschön! :) Ja, das Bild finde ich auch klasse, ich hab es auf Tumblr entdeckt und musste es einfach übernehmen. Und Mint gehört auch zu meinen absoluten Lieblingsfarben :)) Ich überlege sogar, meine Wände ebenfalls in dem Ton zu streichen, wobei ich zur Zeit doch eher zu hellgrau tendiere, weil mein Teppich schon Türkis ist.. xD Danke nochmal! :)

Reni hat gesagt…

Okaaay! Das Buch steht noch (wohl zum Glück von einer Buchfreundin geschenkt bekommen) ungelesen bei mir im Regal. Es gibt ja viele begeistere Stimmen, umso interessanter ist es, mal eine kritische Review zu sehen, die wie immer gelungen und informativ ist. Ich bin gespannt, ob ich die Charaktere + Umsetzung etwas farbenfroher wahrnehme - zumindest beim tollen Cover ist das ja wunderbar gelungen. :)

LG, Reni

BuntesPergament hat gesagt…

Hi,

ich hab euch beiden eine Award verliehen :)

Schaut mal: http://www.buntespergament.blogspot.de/2013/02/award.html

Liebe Grüße

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