"Lovetrip - Bitte nicht den Fahrer küssen!" - Lauren Barnholdt

Donnerstag, 3. Januar 2013


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Courtney kann es nicht fassen: Ihre Eltern bestehen tatsächlich darauf, dass sie wie geplant mit ihrem Ex-Freund Jordan die dreitägige Autofahrt zum College unternimmt, obwohl er vor zwei Wochen mit ihr Schluss gemacht hat! Wie soll sie diesen Horrortrip nur überstehen - auf kleinstem Raum mit diesem Mistkerl, diesem herzlosen Idioten, diesem ... diesem immer noch verdammt süßen Traumboy?


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"Ich atme tief durch. Ich werde mich jetzt nicht mit ihm streiten. Auf keinen Fall. Wenn ich anfange, mich mit ihm zu streiten, merkt er, dass mir noch etwas an ihm liegt, und das kann ich nicht zulassen. Nie und nimmer soll er denken, dass ich ihm nachtrauere. [...]
Ich merke, dass mein Herz lächerlich schnell schlägt, und hole noch einmal tief Luft. Ich schaffe das, sage ich mir und denke an all die tollen Jungs, die ich auf dem College kennenlernen werde.
Ich fühle mich schon besser, aber nur eine Sekunde lang. Denn sehen wir den Tatsachen ins Auge - man kann sich noch so sehr einreden, dass man über einen Typen hinweg ist, das Herz kennt die Wahrheit."
("Lovetrip - Bitte nicht den Fahrer küssen!", S.17, Courtney)
 
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Nachdem ich „Amy on the summer road“ gelesen hatte, war mir vollkommen klar, dass auf jeden Fall bald ein weiterer in andere Städte entführender Roadtrip-Roman folgen sollte - und genau dies versprach „Lovetrip – bitte nicht den Fahrer küssen!“ zu sein. Ich ging an das Buch mit keinen großen Erwartungen heran, einzig allein mit der Erwartung eine leichte, unterhaltsame Lektüre zu lesen bekommen. Und was mich schließlich tatsächlich erwartete, enttäuschte mich überhaupt nicht, sondern überragte meine Erwartungen vollkommen.

Es ist keineswegs so, dass „Lovetrip“ eine völlig neue Geschichte erzählt, die es noch nie gab und wahrscheinlich auch einzigartig ist – dabei handelt es sich bei dem Buch auf keinen Fall, „Lovetrip“ schafft es dagegen aber auf vielerlei Art und Weise den Leser zu überraschen, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass die vielen (aus anderen Büchern bereits allbekannten) Details und teilweise auch Klischees hier nicht nur vereint werden, sondern auch gerade durch die besondere Gestaltung durch den Schreibstil der Autorin eine ganz andere Note bekommen. Was mich aber zusätzlich begeisterte war der humorvolle, schlichte Schreibstil der Autorin, der mitreißender nicht sein könnte. Das Buch wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden Hauptprotagonisten Courtney und Jordan erzählt und erzählt nicht nur die Geschehnisse während des Roadtrips, sondern auch die Ereignisse vor diesem – angefangen mit dem langsamen Kennenlernen der beiden vor einigen Monaten, ihrer aufkeimenden Liebe und schließlich der überraschenden Trennung. Diese Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit verleiht dem Buch Abwechslung, aber in erster Linie hat es geholfen die beiden zu verstehen und ihre Beweggründe nachzuvollziehen. Und genau deshalb wurde ich auch immer neugieriger, was mich auch dazu verleitet hat immer weiterzulesen, Seite um Seite, der Lösung und Erklärung für die Trennung stets auf der Spur.

Zugegeben, am Anfang konnte ich mit dem Charakter von Jordan nicht viel anfangen und konnte ehrlich gesagt auch nicht nachvollziehen, wie Courtney immer noch an einem solchen – als Aufreißer/Macho dargestellten – Typen hängen konnte. Nach und nach wird aber klar, dass sich hinter seiner äußeren Fassade weit mehr verbirgt und er durchaus andere Seiten hat. Courtney erweckte in mir zu Beginn auch erst einen anderen Eindruck; meist nämlich den Eindruck eines typischen, zickigen Teenagers in der Phase nach einer Trennung. Was mich an „Lovetrip“ neben der tollen Weise, wie das Buch geschrieben ist, ebenso begeisterte ist die Ausarbeitung der Charaktere. Man kann während der drei Tage, die der Roadtrip andauert, nicht nur dem innersten Wesen der Charaktere näher kommen (was schnell auch die Eindrücke zu Beginn des Buches verscheucht), sondern auch mitverfolgen, wie diese sich ändern und weiterentwickeln auf diesem Roadtrip.
Für so manche lustige Momente sorgen dabei auch die beiden Nebencharaktere Jocelyn und B.J., die mich häufig schmunzeln ließen mit ihrer humorvollen, verrückten, verpeilten, aber trotzdem liebevollen Art.

Die Handlung an sich ist wie gesagt nicht besonders neuartig, aber die Art und Weise wie sie gestaltet wird, lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Als Leser möchte man nur noch weiterlesen, die authentischen und vielseitigen Charaktere auf ihrer emotionalen Reise begleiten und hat dabei stets das Gefühl, selbst in dem Auto zu sitzen und sich durch die Straßen fahren zu lassen. Ich fand es „spannend“ (auch wenn natürlich nicht von einer an den Nerven zehrenden Spannung die Rede sein kann) und auch aufregend die Streitereien, Annährungen und Gefühlswirrware der Charaktere mitzuerleben und war stets neugierig auf die Auflösung ihrer Probleme. Es wird schnell auch klar, dass die Lage komplizierter und verstrickter ist, als man es vielleicht im ersten Moment ahnen könnte und dass sich die beiden um wieder zusammen zu kommen erstmals mit sich selbst ins Reine kommen müssen.
Auch wenn man sich stets von Beginn an ziemlich klar darüber ist, dass man bei einem solchen Buch kaum mit etwas anderem als einem Happy End rechnen bräuchte, fand ich das Ende dennoch überzeugend und authentisch. „Lovetrip“ hat mich also keinesfalls enttäuscht und es war mir ein richtiges Lesevergnügen mit Courtney und Jordan, aber auch B.J. und Jocelyn auf diese Reise voller verschiedenster Momente zu gehen.

Image and video hosting by TinyPic"Lovetrip - Bitte nicht den Fahrer küssen!" kann zwar nicht mit einer völlig neuartigen Idee überzeugen, dagegen aber mit authentischen Charakteren und einem Schreibstil, der durch seinen Humor und seine Leichtigkeit den Leser in die richtige Atmosphäre für diesen buchigen Roadtrip versetzt und der Hanldung eine Leichtigkeit versetzt, die dazu beiträgtt, dass man Seite um Seite regelrecht verschlingt, bis man selbst schließlich am Ziel der Reise ankommt.



Kommentare:

Wortszenerie hat gesagt…

Wow, eine wirklich sehr schöne und ausführliche Rezension!
Ich habe bei dem Buch eigentlich fast gar keine Erwartungen, auch aus den gleichen Gründen. Aber wenn das Buch wirklich so gut ist und keine Klischees verbreitet, freu ich mich jetzt richtig darauf, es zu lesen :)
Liebe Grüße,
Lyrica

Reni hat gesagt…

Ein tolles Buch und eine tolle Rezi! Mir ging es damals genauso, deshalb begab ich mich auch bereits 2x mit Courtney & Jordan auf Reise. Neu ist die Idee wirklich nicht und an sich fand ich den Trennungsgrund jetzt auch nicht sonderlich spektakulär. Aber die Story + Charas machen das einfach wieder wett und ich klebte buchstäblich an den Seiten fest und amüsierte mich dabei bestens ... bis zum süßen und doch irgendwie unverkitschten Ende. Also eine volle Zustimmung von mir! Davon darf es gerne mehr Bücher geben. :)

Liebe Grüße
Reni

captain cow hat gesagt…

Eine sehr schöne Rezension, auch wenn ich das Buch ganz anders wahrgenommen habe. Mir hat es kaum gefallen, da waren mir zu viele Klischees und stereotypen und der Stil ist mir irgendwann nur noch auf die Nerven gegangen, ebenso wie die Figuren. Die Begeisterungsstürme würde ich total gerne nachvollziehen können, aber irgendwie gelingt
mir das nicht :/

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