"Stop saying goodbye" - Sarah Dessen

Donnerstag, 1. November 2012

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Seit der erbitterten Scheidung ihrer Eltern lebt Mclean mit ihrem Vater ein Nomadenleben, immer auf der Flucht vor der unschönen Vergangenheit – und auf der Flucht vor sich selbst. Denn mit den vielen Umzügen hat sie sich ein Repertoire an Rollen zugelegt, die sie wechselt wie ihre Unterwäsche: hier zickige Prinzessin, woanders Everybody’s Darling. Denn wer nichts von sich preisgibt, kann nicht verletzt werden, so ihre Devise. Doch dann landet sie mit ihrem Vater in Lakeview und findet dort Freunde, fühlt sich wohl. Und es gibt dort auch noch Dave... Zum ersten Mal kann Mclean sich vorstellen, Wurzeln zu schlagen. Mehr anzeigen Weniger anzeigen
 
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""Hey, da ich dir in einer echt brenzligen Situation sehr geholfen habe, könntest du mir wenigstens verraten, wie du  heißt."
Exakt diesen - entscheidenden - Moment hatte ich in den beiden vergangenen Jahren sehr häufig erlebt, an diesem Abend sogar bereits zum zweiten Mal. Mir lag der Name, den ich mir ausgesucht hatte (und umgekehrt), der Name des Mädchens, das ich an diesem Ort zu sein beabsichtigte, schon ganz vorn auf der Zunge. Doch in diesem speziellen Moment, an diesem Ort geschah etwas. Als ob die kurze Reise unter die Erdoberfläche nicht nur den Verlauf meines Lebens verändert hatte, sondern auch mich selbst.
"Mclean", antwortete ich."
("Stop saying goodbye", S.65)

Nachdem ich „Because of you“ von Sarah Dessen gelesen hatte und vollkommen begeistert zurückgelassen wurde, war für mich absolut sicher, dass ich auf alle Fälle weitere Bücher dieser Autorin lesen müsste. Und da „Stop saying goodbye“ eine interessante und tiefgründige Geschichte versprach zu werden, entschied ich mich letztendlich für dieses Buch. Soweit ich das beurteilen kann – nach gerade einmal zwei gelesenen Büchern der Autorin – werden immer recht ähnliche Themen in ihren Büchern aufgegriffen, die oftmals von gestörten Familienverhältnissen handeln. So auch in „Stop saying goodbye“, denn auch hier führt die Scheidung der Eltern und den daraufhin folgenden häufigen Umzügen zu einer Art Identitätskrise der Protagonistin Mclean, die sich in jeder neuen Stadt nicht nur äußerlich neu erfindet, sondern auch ihren Namen ändert und völlig neue Charakterzüge annimmt.
 
Was für mich die Bücher von Sarah Dessen so interessant macht, ist die Intensität mit denen man als Leser mit den Charakteren des Buches konfrontiert wird – egal, ob es sich nun um eine Nebenfigur handelt, die vielleicht ein, zwei Mal auftritt oder ob es die Protagonistin des Buches ist, sie alle werden mit Ecken und Kanten versetzt, mit besonderen Charakterzügen beschrieben oder scheinen eine interessante Geschichte mit sich zu tragen. Klischeehaft oder gesichtslos sind sie auf jeden Fall nicht und genau diese Authentizität der Charaktere begeisterte mich auch in „Stop saying goodbye“ vollkommen von Anfang bis Ende. Ich könnte von keinem Charakter des Buches behaupten, dass dieser mich nicht überzeugte und auch im Nachhinein bin ich noch völlig fasziniert davon, wie es Sarah Dessen beherrscht, jedem Einzelnen eine besondere Note zu verleihen.
 
Zwar hatte ich am Anfang einige Schwierigkeiten Mclean völlig zu verstehen, aber schließlich erleichterten mir dies die Rückblenden zu Beginn des Buches, die die Umstände des früheren Lebens von Mclean und ihrer Familie näher beleuchteten und auch Aufschluss darauf gaben, was dazu führte, dass sie sich selbst bzw. ihr früheres „Ich“ immer mehr auslöscht und dazu übergegangen ist, immer neue Identitäten anzunehmen.
Ich fand es schön mit zu verfolgen, wie sie in ihrer neuen Heimat Lakeview dazu übergeht langsam ihr früheres Ich wiederzuentdecken und sich dem Leben sozusagen auch beginnt neu zu öffnen – nach anfänglicher Zurückhaltung nicht nur ernsthafte Freundschaften schließt, sondern sich selbst immer mehr ein kleines Stück weiter zu öffnen und andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Was mich allerdings dennoch ein wenig störte, war die lange Dauer bis diese Wandlung in McLean vorging, denn während der Zeit bis dahin war ich oft ziemlich genervt von ihrer Einstellung und ihren auch oftmals gleichbleibenden, naiven Gedankenzügen. Einerseits natürlich verständlich aufgrund ihrer Lage, andererseits auch einfach nur ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen und deshalb auch sehr störend.

In „Because of you“ konnte mich die Handlung auch soweit begeistern und mitreißen, dass die anfänglichen langen Beschreibungen, Hinführungen etc. nicht weiter störten und eher dazu führten, dass ich mich in die Geschichte besser hineinversetzen konnte; bei „Stop saying goodbye“ dagegen verlief die Handlung von Anfang an einfach meinem Geschmack nach viel zu langsam und da die Handlung zusätzlich oftmals vor allem zu Beginn recht gleichbleibend war, führte dies auch dazu, dass ich langsam die Lust an dem Buch verlor. Zum Ende hin gerät die Handlung immer mehr ins Laufen und ab da war ich auch – wieder – vollkommen gefesselt und neugierig auf den weiteren Verlauf, allerdings konnten mich die letzten, ziemlich spannenden, hundert Seiten nicht unbedingt von den davor eher langweiligeren restlichen Seiten entschädigen.
 
Die Liebesgeschichte, welche als solche eigentlich nicht richtig bezeichnet werden könnte, fand ich dagegen recht schön. Dass diese viel zu schnell ins Laufen gerät, wie man es von anderen Büchern gewöhnt ist, war hier nicht der Fall und auch wenn ich vorher die Langsamkeit des Buches kritisiert habe, muss ich doch sagen, dass sie hier völlig in Ordnung war. Ich fand die langsame Annäherung zwischen Dave und Mclean schön zu verfolgen und obwohl das Ende nicht wirklich Aufschluss über den weiteren Verlauf ihrer Beziehung gibt, hat mir diese Liebesgeschichte doch sehr gefallen.


Image and video hosting by TinyPicObwohl mich die facettenreichen und besonderen Charaktere vollkommen überzeugen konnten, ging mir die Hanldung während des Buches viel zu langsam voran. Zwar behandelt das Buch kein Thema, welches besonderes spannend dargestellt werden könnte, allerdings kam die Handlung vor allem zu Beginn nicht richtig ins Laufen. Was mir neben den Charakteren gut gefallen hat, war die Liebesgeschichte, welche vor allem durch ihre Authentizität überzeugen konnte.


Kommentare:

Das Glückskind hat gesagt…

Ist das ein deutsches Buch? Habe bisher weder von dem Buch noch von der Autorin was gehört?
Finde den Plot irgendwie interessant.

Grüsse,
Iris

city hat gesagt…

thanks for sharing..

Sara hat gesagt…

@Glückskind: Ja, "Stop saying goodbye" ist ein deutsches Buch und auch wenn mich einige Kleinigkeiten gestört haben, kann ich es dir wirklich nur empfehlen. :) Einige andere (vielleicht bekanntere) Bücher von Sarah Dessen wären beispielsweise "Because of you", "Zwischen jetzt und immer" oder "Just listen" - vielleicht sagen dir ja diese Bücher etwas..? :)

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