"Daughter of Smoke and Bone, Zwischen den Welten" - Laini Taylor

Freitag, 7. September 2012


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Was würdest du dir wünschen, wenn du nur eine Perle deiner Kette opfern musst, damit dein Wunsch in Erfüllung geht?
Wo würdest du hinreisen, wenn du bloß durch eine Tür gehen musst, um nahezu alle Orte der Welt zu erreichen?
Wie würdest du dich fühlen, wenn du den falschen Mann liebst, er aber die Antwort auf alle deine Fragen ist? Karou dachte, sie wüsste, wer sie ist. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert …
Eine Liebe, die älter ist als die Zeit. Und ein Kampf, bei dem ALLES auf dem Spiel steht. Der erste Band der Serie, die die Welt erobert.
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"Ich hoffe, aber ich wünsche nicht. Das ist ein großer Unterschied."
Sie dachte eine Weile darüber nach, worin dieser Utnerschied wohl bestand. Wenn ihr einer einfiel, könnte sie Brimstone vielleicht mit ihrer Erkenntnis beeindrucken. Eine Idee bildete sich in ihrem Kopf, und sie bemühte sich, sie in Worte zu fassen.
"Hoffnung kommt aus dem Inneren, und Wünsche sind nur Magie."
"Wünsche sind falsch. Hoffnung ist richtig. Hoffnung hat ihre eingene Magie."

("Daughter of Smoke and Bone" - Zwischen den Welten, S.177)

Eine Reise in eine andere Welt, mit neuen, teilweise finsteren Wesen und einer ergreifenden Liebesgeschichte, vermischt mit einer Handlung, die einen kaum mehr loslässt – so ungefähr hatte ich mir „Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten“ vorgestellt, nachdem ich fast überall nur begeisterte Meinungen dazu gehört hatte. Facettenreiche Charaktere versprachen eine Geschichte zu erzählen, die weit über die Grenzen Prags hinausgehen würde und in die Abgründe der Welt führen würde mit einer Protagonistin, die sich von derer in anderen Fantasy-Romane abheben würde. Schade, dass sich meine Erwartungen letztendlich als ein wenig zu hoch herausstellten und das Buch nicht ganz das erfüllte, was ich erhofft hatte.

Der Beginn des Buches lässt sich durchaus als vielversprechend und fesselnd bezeichnen –an der Seite der geheimnisvollen Kunststudentin Karou lernt man nicht nur die verschiedenen Seiten Prags kennen, nein, man gelangt in eine andere Welt voller Geschöpfe, deren Aussehen sehr bildhaft dargestellt wird, sodass man sich auch gleich ein gewisses Bild machen kann.
Der bildhafte Schreibstil der Autorin erleichtert es auch, sich diese Welt vorstellen zu können und sich die ziemlich unterschiedlichen und sich voneinander abhebenden Gestalten überhaupt vor Augen führen zu können. Obwohl das Buch nicht aus der Sicht von der Protagonistin erzählt wird, sondern aus der 3. Person, ist man dennoch stets an ihrer Seite und durch die Einblicke die man in Karous bisheriges Leben bekommt, stellt man schnell fest, dass die Frage nach ihrer eigenen Identität sich ihr häufiger als ihr lieb ist stellt und sie seit Jahren auf der Suche nach dieser Antwort ist.
Man hat das Gefühl einem trotz ihres jungen Atlers sehr reifem Charakter gegenüber zu stehen und mir persönlich haben ihre ironischen und dennoch ehrlichen Worte häufig zum Schmunzeln gebracht.

Meine anfängliche Begeisterung konnte sich allerdings nicht lange halten, denn – obwohl ich es bereits befürchtete – war Karous Begegnung mit einem der schönsten, perfektesten Menschen (nein, ich vergaß: es ist sogar ein Engel!), zu dem sie sich natürlich sofort hingezogen fühlt, kaum ausweichbar. Dachte ich schon, dieses Buch würde eines werden, in dem sämtliche Klischees nicht aufgegriffen werden würde, lag ich leider falsch. Die Liebesgeschichte strotzt nur vor Klischees und wird so unrealistisch und eigentlich nur auf der Faszination des Äußeren beruhend dargestellt, dass ich eigentlich nur noch die Augen verdrehen konnte.
Auch andere Charaktere wie die kleine, treue und lebensfreudige Freundin kennt man bereits aus anderen Büchern. Karou selbst konnte mich am Anfang zwar mit ihrer geheimnisvollen Art ein wenig begeistern und auch ihr Mut und ihre Selbstsicherheit, trotz ihrer Ungewissheit was ihre Herkunft betrifft, faszinierten mich, allerdings verlor sie im Laufe des Buches immer mehr Farbe und am Ende fehlte mir ihre besondere und sich von anderen Charakteren abhebende Art und Weise.

Die bedrückende, angespannte Atmosphäre konnte einen als Leser zwar in der Handlung gefangen nehmen, aber mich störten die Fantasy-Elemente häufig – vielleicht liegt es daran, dass ich kaum mehr Bücher in letzter Zeit mit einem solch „hohen“ Maß an Fantasy gelesen habe. Die neue dargestellte Welt übte zwar eine gewisse Faszination auf mich aus, allerdings schien sie mir auch häufig ein wenig durchscheinbar und auch die Handlung an sich war leicht voraussehbar, weshalb sich das Ende für mich letztlich auch nicht als Höhepunkt und besonders spannungsreich entpuppte. Obwohl es einen Cliffhanger gibt, dieser auch schon einen kleinen Einblick auf den weiteren Gang der Geschichte gibt, bin ich trotzdem nicht besonders neugierig auf den zweiten Band geworden und werde mir diesen wahrscheinlich auch nicht kaufen, da mich die Geschichte einfach nicht zu begeistern vermochte.

"Sie war real, und sie existierte, irgendwo auf der Welt. Wie ein Tier von dem im nächtlichen Wald nur die leuchtenden Augen zu sehen waren, so war sie irgendwo dort draußen, ein kurzer Lichtschimmer in der allumfassenden Finsternis.
Sie war irgendwo dort draußen."
("Daughter of Smoke and Bone - Zwischen den Welten", S.324)


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Das Buch bietet zwar viele Fantasy-Elemente, allerdings kann auch die ziemlich abwechslungsreiche und stets voranschreitende Handlung nicht über farblose Charaktere und eine Liebesgeschichte, die aus sämtlichen Klischees entstanden ist, hinwegtäuschen. Auch die Handlung war häufig voraussehbar und so kam auch kaum Spannung während des Lesens auf. Schade, dass die richtige Umsetzung der Grundidee der Autorin nicht wirklich gelungen ist.



Kommentare:

sanny hat gesagt…

Nachdem "Der verbotene Kuss" von der Autorin schon so grottig war, habe ich eigentlich von Anfang an keinerlei Hoffnungen in "Daughter of Smoke and Bones" gelegt. Ich habe nun schon mehrere verschiedene Meinungen zu dem Buch gehört und es reizt mich überhaupt nicht es zu lesen. Deine Rezi hat mir jetzt nochmals davon abgeraten - danke.

Liebe Grüße,
Sanny

captain cow hat gesagt…

Irgendwie gibts glaub ich nur Leute die das Buch absolut lIeben und diejenigen, die kaum was damit anfangen können. Mir gings da ganz ähnlich wie dir, mir war das alles zu oberflächlich und klischeehaft, vor allem hat es mich genervt, dass Karou scheinbar von jedem Charakter bewundert wird. Sowas geht einfach gar nicht ... Deine Meinung ist aber wirklich gut dargestellt und ich kann verstehen, warum Band 2 dich nicht mehr so neugierig macht.

Elskamins Schätze hat gesagt…

Oh wie schade...
Ich gehöre zu denen, die absolut begeistert waren! Und den zweiten Band kaum erwarten können!

Mir wars zwar zwischendurch auch zu viel Fantasy, aber dadurch, dass am Ende alle Fäden zu einem Zwirn versponnen worden sind, fand ich es letztendlich dann doch wieder total stimmig!

Und ich fand die Liebesgeschichte auch nicht oberflächlich und nur an Äußerlichkeiten orientiert, weil es ja... mmmh... ich darf nicht zu viel verraten... weil die Geschichte ja auf verschiedenen Ebenen spielt.

Wirklich schade, dass dich Karou nicht mitreißen konnte...

Sophia hat gesagt…

Wie immer eine schöne Rezension, auch wenn dir das Buch leider nicht gefallen hat. Auch ich gehöre eher zu denen, die es lieben (mir hat es auf jeden Fall sehr gefallen), kann deine Kritikpunkte aber verstehen. Das klischeehafte vor allem in der Liebesgeschichte hat mich auch genervt, die Autorin hat es einfach gestaltet wie es in vielen anderen Büchern auch der Fall ist...

In Italien war ich in der Nähe von Rom, es war glaube ich sogar noch ein Stadtteil, aber genau weiß ich es nicht. Wie wir es obwohl ich aus dem Norden komme auf eine Fahrtzeit von 25 Stunden geschafft haben weiß ich immer noch nicht genau (andere Busse, die in den gleichen Ort wie wir mussten waren 2 Stunden eher da ...)

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