Musik & Literatur

Dienstag, 28. August 2012



Für viele Schriftsteller sind es zwei nahtlose, unzertrennliche Dinge, die in perfektem Wechsel- und Zusammenspiel harmonieren. Die Vorstellung, das eine könnte ohne das andere funktionieren, geschweige denn von einem kleinen, leisen Gedankenblitz zu einer ausgereifteren Idee und schließlich einem gedruckten Werk heranwachsen, ist für die meisten undenkbar. Schreiben ohne das Dahinplätschern von antreibender, inspirationausstrahlender Hintergrundmusik ... ein Ding der Unmöglichkeit.
Aber ebenso auch umgekehrt: Aus den Gefühlen und Emotionsimpulsen, die in einem Leser unwillkürlich bei einem Buch entstehen, schöpften schon so einige Musiker ihre Inspiration für die wundervollsten Notenkombinationen, Melodien und schließlich einem fertigen Musikstück oder Song.

Scheint demnach ganz so, als arbeiten Epik, Lyrik und Dramatik Hand in Hand mit der Musik. Es scheint sich bei dem geschriebenen Wort und den Noten um zwei Kunstformen zu handeln, die voneinander schöpfen und sich unbewusst beeinflussen, denn fest steht: Viele Bücher, die wir in unseren geliebten Bücherregalen stehen haben, würde es ohne irgendeinen Song, der den jeweiligen Schriftsteller vor etlicher Zeit einmal zu irgendeinem Gedanken angestoßen hat, womöglich gar nicht geben.

Aber nicht nur im Entstehungsprozess eines Werkes sind beide Dinge unzertrennlich und nicht nur Schriftsteller können es sich nicht mehr vorstellen, ohne Musik auch nur ein Wort auf Papier bringen zu können. Auch für so manchen Buchliebhaber ist eine leise Hintergrundmusik während des Schmökerns bereits zur Gewohnheit geworden. So ist es auch bei uns beiden keine Seltenheit, wenn neben der aktuellen Lektüre, mit der es sich auf dem Sofa oder dem Bett gemütlich gemacht wird, leise der ein oder andere Song rauf und runter spielt, denn Musik erleichterte es uns schon so manches Mal, sich in eine Geschichte richtig einzufühlen.
So passierte es meist ganz unwillkürlich, dass eine innere, unbewusste Assoziation zwischen einem Buch und einem bestimmten Song, welcher während des Lesens dieser Lektüre lief, herstellt. Daher finden sich eine Lieder auf unseren Playlists, die uns beim sofortigen Hören nun immer wieder unwillkürlich vom ersten Ton an an bestimmte Geschichten, Szenen oder Stimmungen aus einem Buch erinnern und Bilder vor unsere innern Augen malen.

Dabei müssen Handlung und Lyrics meist überhaupt nicht zusammenpassen. Oftmals ist es nur die Atmosphäre und die Emotionen, die ein Song überträgt und ausstrahlt, die dazu führen, dass ein kleines, unbekanntes Wunder geschieht und Worte und Noten miteinander verschmelzen.


Beispielsweise lief "Tonight" von fm static sowie "Boston" von Augustana beim Lesen der beiden wunderbaren Bücher "Wenn ich bleibe" und "Lovesong" von Gail Foreman bei uns auf und ab. Passenderweise spielt die Welt der Noten auch in dieser Duologie eine erhebliche Rolle, die auf wundervolle Weise in die Geschichte eingebettet wird. So erinnern uns diese beiden Songs jedenfalls bei jedem zufälligen Hören an Mias und Adams Reise durch die Welt der Musik, durch die Abgründe ihrer größten Ängste und Selbstzweifel und ihrem Weg zueinander.







Natürlich gäbe es noch eltiche weitere Beispiele dieser Sorte an Liedern, die wir mit einem ganz bestimmten Buch assoziieren. Aber nun würde uns eure Meinung unheimlich interessieren: Wie steht es denn mit euch? Sind Musik und Literatur für euch ebenso unzertrennlich? Oder stört euch das Hintergrundgeplänkel beim Lesen eher und ihr bevorzugt eine ruhige, stille Atmosphäre?



Hörst du Musik während des Lesens?
Ja, immer!
Manchmal...
Nein.
Auswertung


Kommentare:

Molly hat gesagt…

Ich würde sagen, eigentlich höre ich meistens Musik beim lesen. ;) So eine starke Verbindung zwischen Musik und Geschichte entsteht bei mir allerdings nicht. Ich brauche die Musik eigentlich mehr zum entspannen. Dadurch kann ich der realen Welt leichter “entfliehen“ und voll und ganz in die Geschichte des Buches eintauchen. :)

Elif hat gesagt…

Wunderschöner Beitrag. Ich kann gut verstehen, dass viele beim Lesen Musik hören, ich kann es aber nicht, da ich das Singen genauso sehr liebe wie das Lesen und bei jedem Lied auf den Text achten MUSS und dann automatisch mitsinge und mich nicht auf das geschriebene Wort konzentrieren kann. :D Manchmal wünschte ich, das wäre anders, aber ich bevorzuge Lesen wirklich eher ohne Musik und wenn, dann nur Instrumentale. :)

Reni hat gesagt…

Ich kann mich nur anschließen: ein toll geschriebener Beitrag - die Noten zu "Wenn ich bleibe"/"Lovesong" sehen toll aus! Also ich bin nicht nur ein Bookaholic, sondern auch ein Musikjunkie. Ob auf Arbeit, unterwegs ... oder beim Lesen. Meistens dudelt bei mir immer irgendwas im Hintergrund und das entspannt mich auch sehr, d. h. die Musik läuft dann wirklich unterbewusst weiter und ich kann mich trotzdem sehr gut auf das Buch konzentrieren. Gleichzeitig mag ich deshalb wohl auch gerne Bücher in denen es um Musik geht. Da sind die obigen Beispiele sehr passend. :)

Dann mal Off-Topic: sagt mal, wie bekommt ihr diese tolle Slide-/Diashow an der Seite hin - gleichzeitig mit der Verlinkung auf den jeweiligen Beitrag? Zu meinem Blogdesign ist sowas eigentlich (nur über den Posts) vorgesehen. Doch ich beiße mir ständig die Zähne daran aus und bekomme es nicht hin. Gibt es dafür ein extra Programm oder geht es nur mit sehr guten HTML Kenntnissen. Ein kleiner Tipp wäre toll!

Liebe Grüße
Reni

Elskamins Schätze hat gesagt…

Wieder so ein toller Beitrag - und nicht nur optisch!
Bei mir läuft nicht immer Musik, wenn ich lese. Manchmal finde ich es störend, manchmal nicht. Aber hauptsächlich höre ich dann eher ruhigere Musik oder auch klassische.
Als ich "Splitterherz" gelesen habe, lief bei mir Loreena McKennitt hoch und runter und seitdem sind zwei Lieder von ihr fest mit Elli und Colin verbunden - wenn ich die beiden Songs heute höre, ist mein erster Gedanke immer: "Hach, war das schön damals mit Elli und Colin..."
Verrückt... ;O)

Tine hat gesagt…

Total schöne Beschreibung, du kannst richtig gut schreiben. Und die Bilder - wunderschön!!

lg, Tine ;D

Livi hat gesagt…

@Molly: Ja, das hast du gut ausgedrückt. :) Musik kann einfach ziemlich oft dabei helfen, noch besser in ein Buch "abzutauchen".
Danke für deine Rückmeldung. ♥

@Elif: Danke. :) Aaah, ja okay, verständlich bei dir als "Sängerin". :) Aber instrumentale Musik ist wirklich auch wunderbar als Begleitgeräusch beim Schmökern.

@Reni: Vielen Dank. ♥ Genauso läuft es bei mir auch ab, die Musik verschwimmt beim Lesen eher und wird nicht mehr richtig wahrgenommen, verhilft aber trotzdem dabei, sich besser in eine Geschichte einzufühlen.

Zum Off-Topic schreibe ich dir auf deinem Blog.

@Elskamins Schätze: Jaaaaaaaah, genau so ist das bei mir auch immer! Überhaupt nicht verrückt. :D Ich verstehe das, es gibt drei, vier Songs die mich selbst jetzt, Jahre später, noch immer an bestimmte Bücher oder Charaktere aus Büchern erinnern.
Dankeschön für das Lob. ♥

@Tine: Auch dir lieben Dank, das ist schön zu hören. :)

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