"Die 5 Leben der Daisy West" - Cat Patrick

Mittwoch, 15. August 2012


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Daisy ist fünfzehn - und schon mehr als ein Mal gestorben. Sie lebt waghalsig, denn sie weiß, dass es Revive gibt, ein Medikament, das ins Leben zurückhilft, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Da diese Medizin hochgeheim ist, muss Daisy nach jedem Tod eine neue Identität annehmen und an einen anderen Ort ziehen. Bisher hat sie daher meist isoliert und ohne enge Freunde gelebt. Aber dann findet sie an ihrer neuen Schule nicht nur völlig unverhofft eine beste Freundin, sondern verliebt sich auch noch Hals über Kopf. Zum ersten Mal lässt Daisy sich wirklich auf das Leben ein. Da entdeckt Daisy, dass sie Teil eines großen Experiments ist. God, der zwielichtige Leiter des Revive-Programms, hat viele Menschen auf skrupellose Weise rekrutiert und behandelt sie wie Versuchskaninchen. Daisy begehrt auf. Und setzt damit ernsthaft und unwiederbringlich ihr Leben aufs Spiel ...
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" "Halte durch Daisy!", ruft eine Mädchenstimme. Mir gefällt der Gedanke, das sie meiner Fast-Freindin gehört, doch ich öffne nicht die Augen, um mich zu vergewisssern. Geräusche nehme ich nur noch undeutlich wahr. Die Welt wird zu einem Nichts und bevor ich noch einen weiteren Gedanken fassen kann, bin ich tot. "
("Die 5 Leben der Daisy West", S. 11)

„Die fünf Leben der Daisy West“ stand schon ziemlich lange auf meinem Wunschzettel und als es nun endlich erschienen ist, habe ich es mir direkt gekauft. Nachdem ich von dem Klappentext begeistert war, weil mich dieses neue Thema der „Wiederbelebung“ nach dem Tod begeisterte, war für mich nach dem Lesen der Leseprobe klar, dass ich das Buch von Cat Patrick unbedingt kaufen musste. In der Leseprobe kam so ziemlich alles vor, was einen als Leser direkt für ein Buch begeistern kann – man wird unweigerlich in eine Situation hineinkonfrontiert, die sofort Spannung aufkommen lässt und bekommt dennoch zusätzlich einen guten Einblick in ein paar Charaktere, die einem sofort sympathisch sind. Ich war mir im Voraus eigentlich schon ziemlich sicher, dass mir das Buch gut gefallen wird – tja, Schade nur, dass die ersten zwanzig Seiten wohl die Bestleistung der Autorin im ganzen Buch darstellen und weder an die dortige Spannung noch an die interessanten Charaktere angeknüpft werden kann. Sicherlich sind meine hohen Erwartungen ein zusätzlicher Grund für meine Enttäuschung, allerdings führten zahlreiche Dinge in diesem Buch dazu, dass ich es häufig am liebsten einfach nur weggelegt hätte.

Wenn die Grundidee des Buches richtig umgesetzt worden wäre, bin ich mir sicher, dass „Die fünf Leben der Daisy West“ durchaus interessant und spannend werden hätte können – das Problem war dann wohl nur, dass der Autorin anscheinend nicht viel daran lag, dies auch zu tun. Nicht nur, dass das Thema „Revive“, welches ein geheimes Medikament zur Wiederbelebung ist, nur gelegentlich aufgegriffen wurde – ich hatte eher das Gefühl, dass die Autorin bemüht auf der Suche nach weiteren Themen war, die die Leser begeistern und berühren könnten. Erfolglos, allerdings. So kam es dazu, dass Daisys Freundin Audrey plötzlich Krebs hat und Daisy, obwohl sie bereits vier Mal gestorben ist, zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert wird und völlig aus der Bahn geworfen wird.

Ständig werden sämtliche Klischees aufgegriffen und auch die Charaktere entsprechen diesen vollkommen und sind häufig an Oberflächlichkeit und Naivität kaum zu übertreffen. Denkt man, dass Daisy aufgrund ihrer vielen Nahtod-Erlebnissen eine gewisse Reife entwickelt hat, hat man vollkommen falsch geschätzt. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, das Verhalten eines kleinen Kindes würde beschrieben werden. Allerdings kam sie mir häufig einfach auch nur gefühllos vor und der Charakter selbst wirkte meistens völlig farblos. Der erste Gedanke beispielsweise nachdem sie von der Krebserkrankung von Audrey erfahren hatte, kreiste lediglich darum, wie sie sich in der Gegenwart von Matt verhalten solle und ob es vielleicht bald zu ihrem ersten Kuss kommen würde.
Eine weitere Sache, die mich häufig die Augen verdrehen ließ – nicht nur, dass sie Audrey bereits nach ihrem ersten Gespräch als ihre beste Freundin bezeichnet, auch in Matt verliebt sie sich nach dem ersten Blick in seine ach so perfekten Augen und starrt daraufhin die ganze Zeit während ihres Englischunterrichts auf dessen Rücken. Hatte ich schon erwähnt, dass natürlich alle Charaktere völlig perfekt und ohne Makel sind? Nun ja, bei Matt handelt es sich natürlich sowieso um den perfektesten Jungen des ganzen Universums, der sich natürlich sofort in sie verleibt, auch Audrey (seine Schwester) sieht selbstverständlich wunderschön aus und ist sich dessen natürlich überhaupt nicht bewusst.
Auch wenn sie im Voraus ständig als eine der fröhlichsten und glücklichsten Schülerinnen beschrieben wird, dreht sich innerhalb nur eines Tages ihre Lage komplett und sie ist nicht mehr ansprechbar und liegt beinahe im Koma. Und obwohl sie noch Stunden vorher fröhlich mit Daisy deren Geburtstag gefeiert hat, liegt sie plötzlich im Krankenhaus und stirbt innerhalb eines weiteren Tages.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Daisy und Matt strotz geradezu vor Klischees – obwohl sie Matt kaum kennt, überlegt Daisy bereits nach dem zweiten Gespräch mit ihm, ob sie ihm von dem Revive-Programm erzählen sollte und somit einen Eid bricht, den sie ihr ganzes Leben lang eingehalten hat und der für die Sicherheit des ganzen Landes zuständig ist. Nachdem sie von Audreys Krankheit erfährt, entschlüpft ihr ihr lang gehütetes Geheimnis und schwupps, steckt auch Matt mittendrin und muss von ihr geschützt werden.

Neben langatmigen Beschreibungen ihres Tagesablaufs, Gesprächen und Blogeinträgen mit ihrer transsexuellen, ebenfalls am Revive-Porgramm teilnehmenden Freundin Megan, zieht sich die Handlung ewig hin und von der anfänglichen Spannung bekommt man als Leser kaum mehr etwas mit. Zugegeben, gegen Ende spitzt sich diese wieder zu und führte dazu, dass ich doch noch ein wenig gespannt war auf den Ausgang der Geschichte, allerdings war dieser dann wieder so unrealistisch und weit hergeholt, dass mich das Buch eigentlich nur noch mit einer großen Genervtheit zurückließ und ich es letztendlich ziemlich bereute immerhin fast 15€ für dieses Lese"vergnügen" bezahlt zu haben.
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Nach meinen hohen Erwartungen an das Buch bin ich nun ziemlich enttäuscht - eigentlich sollte man nach Beenden eines Buches ein wenig wehmütig sein, tja, ich war lediglich erleichtert, dass ich die letzte Seite dieses Buches geschafft hatte. An Oberflächlichkeit und Farblosigkeit sind die Charaktere des Buches kaum zu übertreffen und obwohl es eine durchaus interessante und ausbaufähige Grundidee gab, wurde diese so gut wie gar nicht umgesetzt. Schade, da diese durchaus viel Potential gehabt hätte.

Kommentare:

Lisa hat gesagt…

Hey ihr zwei,
toller Blog und super schöne Rezis. Werde euch glatt mal in meinen Blogroll aufnehmen. Ich hätte aber mal eine Frage: Und zwar, welches Programm ihr zu bearbeiten und erstellen eurer Bilder benutzt z.B die unter euren Profilen oder "betrete das maison des livres"

LG,
Lisa

lisa-buecherchaos.blogspot.com

Diti hat gesagt…

Sehr schöne Rezension, die lieber nicht gelesen hätte, denn ich hatte mich schon sehr auf das Buch gefreut. Aber nun habe ich ein wenig Angst, dass ich auch so sehr enttäuscht werde. Jetzt bin ich mir unsicher, ob ich es denn wirklich kaufen muss.

Liebe Grüße, Diti

buchverliebt hat gesagt…

Sehr schade, dass es dir nicht gefallen hast. Bei mir war es genau das Gegenteil. Mir hat es gut gefallen und ich kannte den etwas ungewöhnlichen Stil der Autorin schon aus ihrem Buch "forgotten".

Liebe Grüße
Sarah

Bookaddicted.de hat gesagt…

Oh Mensch, echt schade :-( Steht auch auf meiner WL das Buch und ich hab mich auch bei BdB dafür beworben. Aber nun weiß ich nicht mehr, ob ich es noch lesen soll. Deine Kritikpunkte sind jedenfalls genau die Dinge, die mich auch stören würden, von daher bin ich mir recht sicher, dass deine Rezi für mich eine gute Grundlage bietet. Hm ... Wenn ich es bei BdB gewinne, lese ich es, ansonsten ... wohl eher doch nicht. Aber danke, dass du mich vor einem doofen Buch bewahrt hast ;-) Mich hatte auch die Grundidee gereizt :-)

Marie hat gesagt…

Hach ja. So gehen die Meinungen auseinander... Das liebe ich ja :D Mir hat das Buch nämlich sehr, sehr gut gefallen, dennoch fand ich deine Rezension treffend und konnte die angesprochenen Kritikpunkte durchaus nachvollziehen :-)

LG
Marie

Cherry hat gesagt…

Als ich das Cover gesehen habe, dachte ich mir schon, dass dieses Buch wohl nichts für mich sein würde. Dein Fazit hat mich nun gänzlich davon überzeugt, also vielen Dank für die Warnung ;)

FantasyBookshelf hat gesagt…

Hey Sara,
ist ja schade, dass es dir nicht gefallen hat. Jetzt werde ich mir noch mal überlegen, ob ich es lesen möchte.
Danke für deinen Kommentar und auch dein Abo. Ich hab dir bis jetzt glaub ich noch nicht gedankt, weil ich über dein Probfil, mit dem du mich aboniert hast nicht auf deinen Blog komme. Naja, jetzt habe ich ihn durch deinen Kommentar ja gefunden...
Ich finde deinen Blog auch echt toll und habe ihn deswegen auch gleich mal aboniert. Dein Blogname ist auch echt schön :D.

LG FantasyBookshelf

FantasyBookshelf hat gesagt…

Sorry, eigentlich wollte ich dir wegen Nightshade antworten, aber das ist dann irgendwie untergegangen xD. Mit dem Liebesdreieck...das war irgendwie unsausweichlich in dem Buch, weil Calla weiß das sie mit Ren zusammenkommen wird, sich darauf eigestellt hat und natürlich auch die Regeln der Keepers befolgen muss. Naja, man kann sich viel zurechtlegen, um das Buch besser zu finden, aber wenn man sich so den Klappentext vom zweiten Buch so anguckt, wird es mit dem Liebesdreieck eher schlimmer, also so richtig typisch, deswegen ist es wahrscheinlich eher nichts für dich, wenn du keine Liebesdreiecke magst, weil es im ersten Band schon unnötiges Rumgemache gibt, über das ich manchmal den Kopf schütteln musste...ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen...

LG FantasyBookshelf

Reni hat gesagt…

Ich habe jetzt nur dein Fazit gelesen, weil ich meine Rezi zum Buch in den nächsten Tagen schreiben werde, der Rest kommt dann danach. Ich kann nur sagen: ich finde mich in deinen Worten wieder. Mir hat es auch nicht wirklich gefallen. Es gab schon überraschende Momente(Audrey), aber von der Umsetzung her hat es mir hier an vielen Enden und Ecken gefehlt. Vor allem in Bezug auf diesen komischen Gott hat es sich die Autorin zum Schluss ja recht einfach gemacht. Mir geistern noch etliche Fragen durch den Kopf.

Liebe Grüße
Reni

Sandrina hat gesagt…

Oii, das hört sich ja schrecklich an :D Lesen werde ich aber wohl trotzdem irgendwann um mir meine eigene Meinung zu bilden

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