"Starters" - Lissa Price

Sonntag, 22. Juli 2012




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Nach einer unvorstellbaren Katastrophe gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant ... Die Body Bank, ein mysteriöses wissenschaftliches Institut, bietet Callie eine einzigartige Möglichkeit, an Geld zu kommen: Sie lässt ihr Bewusstsein ausschalten, während eine reiche Mieterin die Kontrolle über ihren Körper übernimmt. Aber Callie erwacht früher als geplant, in einem fremden Leben. Sie bewohnt plötzlich eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Körper nur zu einem Zweck gemietet wurde - um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ...
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"Ich wagte nicht zu atmen, während ich den Finger vom Abzug nahm und langsam in eine neutrale Position bewegte. Einen Moment lang erstarrte die Welt mit all ihren Geräuschen. Dann hörte ich mein Herz. Es hämmerte drauflos wie ein Dämon.
Eine einzelne Schweißperle löste sich von meiner Stirn und rollte bis zur Augenbraue.
Mein Verstand raste. Was war geschehen? Kam mein Erwachen zu spät? "
("Starters", S.180)

Auf „Starters“ aufmerksam geworden bin ich schon länger, allerdings habe ich mich aufgrund mehrerer negativen Bewertungen mit einem Kauf eher zurückgehalten – bis jetzt zumindest. Meine Erwartungen waren also weniger hoch an dieses Buch, weshalb ich eine interessante, allerdings nicht wirklich überzeugende Dystopie erwartete. Im Endeffekt wurde ich ziemlich überrascht, da es sich für mich als ein spannendes, aber auch unterhaltendes Buch herausstellte, das ich zu manchen Zeitpunkten kaum aus den Händen legen mochte.

Das schlichte Cover hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich mir „Starters“ letztendlich doch auch noch gekauft hatte. Vor allem ist die dargestellte Hülle eines Körpers passend zum Inhalt und fasst Callies Situation auf, da diese aufgrund der gesundheitlichen Notlage ihres kleinen Bruders, ihren Körper für eine hohe Summe Geld der Body Bank übergibt, welche diesen weitervermietet an reiche „Enders“, welche meist über hundertjährige Personen sind, die die Epidemie als einzige mit den „Starters“ (Jugendliche und Kinder) überstanden haben.

Die Handlung geht schnell voran, wobei der Schreibstil allerdings nicht maßgeblich beteiligt ist. Dieser liest sich zwar flüssig, wobei aber keine besonders überragenden Formulierungen auftreten, was mich aber nicht besonders gestört hat, da das Buch aus der Ich-Persepektive der Protagonistin Callie geschrieben wurde und man so auch schnell ein besseres Verständnis für ihre momentane Lebenslage und Konflikte, in denen sie sich befindet, entwickeln kann.
Aus diesem Grund war mir Callie von Anfang an ziemlich sympathisch, da sie sich vor allem auch von anderen Jugendbuchprotagonistinnen abhebt, indem sie nicht als naives, kleines Mädchen auftritt, sondern viel Mut aufbringt, hinter ihren Entscheidungen steht und in der Lage ist sich selbst zu opfern, um ihren kleinen Bruder Tyler zu retten. Die anderen Charaktere wurden ziemlich unterschiedlich gestalten, allerdings kamen einige davon nur am Rande vor, oder wurden nicht wirklich beschrieben, wodurch ich auch oft nicht fähig war mir ein Urteil über diese zu bilden. Mit ihrem Freund Michael, der sich während ihrer Abwesenheit um ihren Bruder kümmert, konnte ich schon zu Beginn wenig anfangen, da man über ihn nur wenig aus seiner Vergangenheit bzw. der Zeit vor der Epidemie erfährt und auch nur kurz angesprochen wurde, weshalb er sich aus dem Nichts heraus plötzlich entscheidet die Verantwortung für Tyler zu übernehmen.

Die Liebesgeschichte in „Starters“ fand ich völlig unnötig und auch unrealistisch gestalten – Liebe auf den ersten Blick wird in vielen Büchern häufig aufgegriffen, hier wurde es allerdings ein wenig zu unglaubwürdig beschrieben, da der Liebesgeschichte mit Blake nicht einmal viel Platz gelassen wurde und von den anderen Handlungssträngen vollkommen überlagert wurde, weshalb es auch nur wenige Situationen gab, die dann vor allem auch am Anfang kaum überzeugend wirkten. Fürchtete ich schon eine weitere Dreiecksbeziehung zwischen Callie, Blake und Michael wurde dies zum Glück ein wenig am Ende aufgeräumt, allerdings würde ich sagen, dass diese Liebesgeschichte genauso gut weggelassen werden können.

Die Handlung in „Starters“ konnte mich sogleich auf den ersten Seiten gefangen nehmen und die Spannung wurde während des ganzen Buches aufrecht erhalten, da es kaum Punkte gibt, an denen es einen Stillstand gibt. Gespannt konnte man verfolgen wie Callie immer weiter auf die Spur der Body Bank kam und deren Geheimnis und Machenschaften des „Old Man“, welcher Leiter dieser Organisation ist, aufdeckte. Am Ende lief alles zusammen und der Höchstpunkt der Spannung wurde erreicht – durch den Cliffhanger am Ende wurde meine Neugier auf den zweiten Band vollkommen geweckt.
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Eine durchaus spannende Dystopie, deren Handlung und authentische Protagonistin von Beginn an überzeugen kann und dessen Spannung während des ganzen Buches aufrecht erhalten werden kann. Ein Defizit für mich war die Sprache und die weniger überzeugend formulierte Liebesgeschichte, auf deren Weiterführung ich allerdings im zweiten Band „Enders“ dennoch gespannt bin.
Eine interessante Dystopie, die aber nicht an andere Bücher aus diesem Genre heranreichen kann, aber in der dennoch noch viel verstecktes Potenzial verborgen sein könnte.

Kommentare:

Sandrina hat gesagt…

Dein letzter Satz im Fazit bringt es auf den Punkt. Der gleichen Meinung bin ich auch ;)

Sophia hat gesagt…

Eine schöne Rezension, der ich nur zustimmen kann :-) Habe das Buch auch letztens erst gelesen und rezensiert und bin aber deiner Meinung, besonders im Bezug auf die Liebesgeschichte. Trotzdem bin ich auf den zweiten Teil "Enders" gespannt.

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