Märchenorientiert

Montag, 30. Juli 2012

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Nicht selten dienen sie als unversiegte Inspirationsquelle, als Grundlage oder Ideenimpuls für jegliche Art von Künstler - ob Maler, Musiker oder natürlich Schrifsteller. Obwohl die meisten von ihnen bereits uralt und abgegriffen sein mögen, wirken sie bis heute eine Faszination auf uns aus: Die Rede ist von sagenumwobenen Märchen, (Mythen, Sagen und Legenden) die unsere Kindheit geprägt, uns Angst eingejagt oder in uns Träume von Prinzen auf Rössern und der großen Liebe geweckt haben.

Nicht verwunderlich also, dass ihre Charaktere, Handlungen oder phantastischen Elemente oft von Autoren übernommen und in einen anderen Kontext gebracht werden, um eine neue Geschichte daraus zu weben. Manchmal versteckt, manches Mal ganz offensichtlich und unverschleiert. Tatsache ist, dass der Einfluss der Gebrüder Grimm, der griechischen Mythologie und selbst Disneys unverkennbar bleibt, selbst in der heutigen Jugendliteratur.


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Soeben in der Verlagsvorschau von uns entdeckt wurde Daniela Winterfelds Werk "Der Geheime Name", welches im Januar nächsten Jahres beim Knaur. Verlag erscheinen wird. Der Titel lässt bereits Schemenhaftes zum Thema Märchen erahnen und der Klappentext liefert schließlich endgültige Sicherheit: Daniela Winterfelds Roman stützt sich also eindeutig auf das allseitsbekannte Märchen Rumpelstilzchen.
Cover und Klappentext lassen vermuten, dass es etwas düsterer als in dem Kindermärchen zugehen wird. Ob die Handlung dabei nah am Originalmärchen gehalten ist und ob - die wohl spannendste Frage - es der Schriftstellerin gelungen ist, eine trotz bekanntem Hintergrund neuartige und spannende Geschichte auf das Papier zu zaubern, werden wir wohl erst nächstes Jahr herausfinden können.


Aber natürlich haben sich auch schon andere Schriftsteller vor Daniela Winterfeld von alten Märchenerzählungen inspirieren lassen. Eingefallen sind uns dazu beispielsweise "Beastly" von Alex Flinn, der eine neuzeitliche Geschichte, die auf das Märchen "Die Schöne und das Biest" gründet, geschaffen hat.
"Der Spiegel von Feuer und Eis" von Alex Morrin - , die auch vielen unter dem Namen Lynn Raven ein Begriff sein müsste - erinnert stark in Hinsicht auf Charaktere und Grundidee an "Die Schneekönigin".
Nicht zu vergessen Juliet Marilliers "Die Tochter der Wälder", was eine Romanfassung zu dem Märchen "Die Sechs Schwäne" darstellt.
Außerdem wäre da natürlich noch "Der Kinderdieb" von Brom, wo man es mit der Geschichte eines um einiges dunkleren und andersartigen Peter Pans als dem aus Disney zu tun bekommt.



Fallen euch noch sonstige neuzeitige Bücher ein, die sich von Märchen haben inspirieren lassen?
Überhaupt: Was haltet ihr von solcher Art von Büchern? Habt ihr bereits eines der oben aufgelisteten Romane oder andere dieser Art gelesen?
Und besitzt ihr ein Lieblingsmärchen?



Kommentare:

Schokokeksii hat gesagt…

"Beastly" ist nicht das einzige Buch von Alex Flinn, das eine moderne Version eines Märchens ist - ich habe vo Kurzem noch "Kissed" gelesen, im Großen und Ganzen wird da das Märchen vom Froschkönig neu aufgefasst, aber auch andere kommen darin vor: "Die Wichtelmänner", "Die sechs Schwäne", "Der goldene Vogel", "Das tapfere Schneiderlein", "Der Krautesel" und "Von dem Fischer und seiner Frau". Außerdem geht es bei "A Kiss in Time" (noch nicht übersetzt), auch von Alex Flinn, um Dornröschen und auch "Magical" enthält Märchenelemente, ich weiß aber nicht, auf welchem es basiert, ich habe nur "Beastly" und "Kissed" gelesen und beide haben mir sehr gut gefallen. (:

Miss Bookiverse hat gesagt…

Der geheime Name war mir schon mal in einer Verlagsvorschau aufgefallen, aber ich hatte es schon längst wieder vergessen, dabei klingt es so gut!

Ich mag Märchenneuauflagen total gern, v.a. wenn sie was Neues mit dem Märchen anstellen. Beastly oder Ash z.B. waren mir zu langweilig, weil sie sich zu sehr aufs Ursprungsmärchen konzentrieren.
Letztens erst habe ich Entwined gelesen, das basiert auf "Die zertanzten Schuhe", das fand ich ganz süß und ich mag es, wenn die Märchen nicht so bekannt sind wie Rotkäppchen oder Aschenputtel. Obwohl ich Cinder wiedrrum richtig toll fand, das ist ja sozusagen ein Cyborg-Aschenputtel. Und meine liebste Märchenneuauflage ist The Rose and the Beast von Franscesca Lia Block. Das ist eine Sammlung von ganz kurzen, sehr poetischen Neuerzählungen.

アンドラ hat gesagt…

Ein kommendes Jugendbuch auf das ich gespannt bin ist "Throne of Glass" von Sarah J. Maas, das eine alternative Geschichte von Aschenputel erzählt. Und zwar sie als Auftragskillerin, die zum Ball geschickt wird, um den Prinzen zu töten.

http://www.goodreads.com/book/show/7896527-throne-of-glass

Cherry hat gesagt…

"Reckless" (da kommt ja endlich bald der zweite Teil), "Das Buch der verlorenen Dinge", "Grimm" .. oh es gibt viele schöne Bücher, die sich auf Märchen stützen.

captain cow hat gesagt…

Ich bin bei Maerchenneuauflagen irgendwie hin- und hergerissen. Die Idee finde ich wirklich gut, bisher ist mir aber noch wenig untergekommen, das mir in dieser Hinsicht gefallen hat. "Beastly" zum Beispiel hat mir kaum gefallen, "Der Spiegel von Feuer und Eis" hingegen fand ich ziemlich toll.
Auf Daniela Winterfeldts Buch bin ich daher sehr gespannt, zumal ihr Roman "Harpyienblut" (den sie unter dem Namen Daniela Ohmns veroeffentlicht hat) mir sehr gut gefallen hat, weil er ziemlich aus den gaengigen Jugendbuchklischees faellt. Ich hoffe daher, dass auch ihre Maerchenadaption derartig gelingen wird.

Die Bücherdiebin hat gesagt…

Märchenbearbeitungen lese ich auch sehr gerne, obwohl mir schon viel Mittelmäßiges dabei untergekommen ist. "Beastly" und "Ash" z. B. konnten mich beide kaum überzeugen.
Empfehlen kann ich dagegen "Der siebte Schwan" von Lilach Mer, das mich mit seiner poetischen Sprache total überzeugt hat. Es basiert auf dem Märchen "Die sieben Raben" der Gebrüder Grimm. Im Herbst kommt ein neues Buch von ihr, das "Schneewittchen" weitererzählt.
Ach ja, und ich freue mich natürlich auf "Linna singt" von Bettina Belitz, das soll ja auch was von "Schneewittchen" haben :-)

KreaMa hat gesagt…

Ich finde diese Art von Büchern spannend und interessant, zu was Märchen alles inspirieren.

Ebenfalls aus der Abteilung Märchen kommen ja z.B. die Grimm Akten und "Eine dunkle & grimmige Geschichte"

Hanna hat gesagt…

Von den vorgestellten Büchern habe ich nur Beastly gelesen und ich war mittelmäßig überzeugt. Ich fand es ganz süß, aber das echte Märchen ist mir da noch lieber.
Noch nicht genannt in den andern Kommentaren ist Red Riding Hood, das ja jetzt auch verfilmt wurde, und sich an Rotkäppchen anlehnt, was ja auch der Name schon sagt. Den Film fand ich eigentlich ganz schön, das Buch hab ich aber nicht gelesen...
Grundsätzlich finde ich es keine schlechte Idee, aber oftmals schlagen die Bücher eine in meinen Augen andere Richtung ein, keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll...

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