"Göttlich verloren" - Josephine Angelini

Freitag, 1. Juni 2012


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Helen muss die Hölle gleich zweifach durchstehen: Nachts schlägt sie sich durch die Unterwelt, noch schlimmer quält sie tags, dass Lucas und sie sich unmöglich lieben dürfen. In der Unterwelt trifft Helen auf Orion. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso näher kommen sie sich. Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes, das ausgerechnet Orion und Lucas zum Zusammenhalten zwingt: Die vier Häuser Scion werden vereint und ein neuer Trojanischer Krieg scheint unausweichlich! Eine packende Saga um eine Liebe, die nicht sein darf! Nach Band eins »Göttlich verdammt« wurde der zweite Band der grandiosen "Göttlich"-Trilogie schon sehnlichst erwartet.
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"Dieser Kreislauf endete ohnehin niemals. Ob sie schlief oder wach blieb, was machte das schon? Sie fand keine Ruhe, egal, was sie tat."
("Göttlich verloren", S.233)

Nachdem ich den ersten Band „Göttlich verdammt“ bereits gelesen hatte und er mich ziemlich aufgewühlt mit meinen Fragen zurückgelassen hatte, war es für mich ein absolutes Muss den zweiten Band zu kaufen. Auch wenn ich ihn nicht sofort gelesen habe, war ich sehr gespannt auf den Weitergang der Handlung und die Fortsetzung des meiner Meinung nach sehr gelungenen und tollen Auftaktes der Triologie, von dem ich vollkommen begeistert gewesen bin. Vielleicht war das auch der Grund, weshalb ich letztendlich ein wenig enttäuscht nach dem Lesen des zweiten Bandes war. Mit zu hohen Erwartungen an ein Buch heranzugehen ist nie besonders ratsam, allerdings ließ sich dies wohl kaum vermeiden, nachdem mir der erste Band so gut gefallen hat.

Der Schreibstil hat sich im Vergleich zum vorherigen Band nicht sonderlich geändert - durch die kurzen, schlichten, nicht besonders poetischen Sätze wird eine gewisse Distanz erzeugt, die den Fokus vollkommen auf die Handlung richten, da das Buch auch nicht aus Sicht der Protagonistin, sondern aus der dritten Person Singular erzählt wird. Der Schreibstil steht so auch nicht besonders im Vordergrund, oder trägt besonders zum Verstehen der Charaktere bei, aber dennoch gelingt es Josephine Angelini trotzdem den Leser in das Geschehen hineinzuversetzen und ihn gefangen zu nehmen. Aufgefallen ist mir das vor allem bei den Beschreibungen der Unterwelt, welche einen großen Bestandteil des Buches darstellen, die ich als sehr gut gelungen empfunden habe und die das Lesen selbst ein wenig vorantrieben.

Die Handlung an sich hat mich ziemlich enttäuscht, da ich davon ausgegangen bin, dass sie relativ nahtlos an die im vorherigen Band vorangegangene anknüpfen werden würde. Konnte ich mich von „Göttlich verdammt“ kaum lösen und das Buch aus der Hand legen, verspürte ich bei „Göttlich verloren“ stets den Drang zu eben diesem. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass die Autorin versuchte mit allen möglichen Mitteln die Handlung hinauszuzögern, wozu beispielsweise die häufigen Aufenthalte der Unterwelt gehörten – auch wenn es mir gefallen hat, etwas über diesen neuen Ort zu lesen und zu erfahren, was Helen dort erlebte, empfand ich die ausschweifenden Beschreibungen ihrer dort doch oft eher unspektakulären Erlebnisse als störend und zu ausschweifend. Ich konnte mich auch nicht recht davon begeistern lassen, da ich viel lieber erfahren hätte, wie es in der „wirklichen“ Welt vor allem mit der Beziehung zwischen Lucas und Helen weitergehen würde. Nach dem Cliffhanger am Ende des ersten Bandes rechnete ich damit, dass das eines der Dinge werden würde – die, neben Helens Aufgabe als Deszenderin – aufgegriffen werden würden und im Mittelpunkt stünden. Stattdessen wurde dies zurückgestellt und durch das Hinzukommen von Orion, dem die Aufgabe des Schutzes von Helen in der Unterwelt aufgetragen worden war, verzögert. Generell bin ich kein großer Fan von Dreiecksbeziehungen und hier fand ich es auch ein wenig unpassend, da das alles meiner Meinung nach zum Hinauszögern der Hanldung diente.
Spannung an sich kam bei mir erst auf den letzen hundert Seiten auf, da die Handlung im Voraus nur dabei ist ein wenig vor sich hinzuplätschern, ohne dass groß etwas Neues geschehen würde und so auch ein Anflug von Schwung in das Ganze geraten würde.

Die Charaktere, die ich im ersten Band lieb gewonnen hatte, haben sich alle ein wenig abgeflacht und wurden oftmals ziemlich stereotyp dargestellt. Ihre Eigenschaften, die sie auszeichneten, wurden oftmals durch neue überschattet und es hatte oft den Anschein, als ob sie sich vollkommen verändert hätten, weshalb ich häufig verwirrt beim Lesen inne hielt und mich fragte, was für ein Ziel die Autorin damit verfolgen wollte.
Den neu dazugekommenen Orion fand ich von Anfang an ziemlich sympathisch, was wahrscheinlich auch daran lag, dass er ziemlich ähnlich beschrieben wurde wie noch Lucas im ersten Band. Helen dagegen wurde mir von Seite zu Seite unsympathischer und nach seitenlangen Beschreibungen über ihre Schlaflosigkeit, oder ihre ach so wichtige Aufgabe, die sie zu erfüllen hatte, ging sie mir gehörig auf die Nerven. Gegen Ende hin, muss ich sagen, wurde nicht nur die Handlung dynamischer, auch die Charaktere nahmen immer mehr die mir bekannte Form an und verhielten sich so, wie ich es noch aus „Göttlich verdammt“ gewohnt war und wie ich sie mochte.
Das Ende selbst bildet so auch einen gelungen Abschluss, zum sonst leider eher beschaulichen Mittelteil des Buches.


"Das war keine Freude. Freude war das Gegenteil von einem Gefängnis. Sie öffnete das Herz, anstatt es einzuschließen. Freude war Freiheit und nicht Traurigkeit, Verbitterung und Hass.."
("Göttlich verloren", S. 338)



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Hatte ich mir eine gelungene Forsetzung von "Göttlich verdammt" erhofft, wurde ich leider enttäuscht. Vor allem durch die geringe Handlung, welche lediglich relativ gegen Ende in Schwung kommt und die nicht überzeugenden Charaktere, wurde mir das Lesen selbst ziemlich erschwert. Nichtsdestotrotz bin ich zwar gespannt auf den Finalband, allerdings werde ich ihn nicht so sehnlich erwarten, wie es noch bei "Göttlich verloren" der Fall war.

Kommentare:

Sophia hat gesagt…

Oh dir hat "Göttlich verloren" ja gar nicht gut gefallen. Das finde ich immer besonders schade, wenn man vom ersten Band so begeistert war und dann so enttäuscht wird, vielleicht sind die Erwartungen auch einfach zu hoch ... Trotzdem eine schöne Rezension! :-)

Sara hat gesagt…

@Sophia: Dankeschön :)
Ich glaube die hohen Erwartungen waren bei mir auch die Ursache dafür, dass mir "Göttlich verloren" nicht mehr so gut gefallen hat, wie der erste Band. :/ Vielleicht wird mir ja jetzt der dritte Band umso besser gefallen, wer weiß. :D

FiniWini hat gesagt…

Ui, ich freu mich gerade wie Bolle durch deinen lieben Kommentar zu meiner Rezi zu "Meistens alles sehr schnell" auf deinen Blog aufmerksam geworden zu sein. Der ist so so so schön! Und auch diese Rezension ist richtig gut!
Ich habe mir heute "Starcrossed" also "Göttlich verdammt" gebraucht auf Amazon bestellt und bin schon ganz gespannt darauf. Schade, dass dir der zweite Teil nicht gut gefallen hat...
Ganz liebe Grüße,
Fina <3

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