"Lucian"- Isabel Abedi

Dienstag, 8. Mai 2012


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Immer wieder taucht er in Rebeccas Umgebung auf, der geheimnisvolle Junge Lucian, der keine Vergangenheit hat und keine Erinnerungen. Sein einziger Halt ist Rebecca, von der er jede Nacht träumt. Und auch Rebecca spürt vom ersten Moment an eine Anziehung, die sie sich nicht erklären kann. So verzweifelt die beiden es auch versuchen, sie kommen nicht voneinander los. Aber bevor sie noch erfahren können, was ihr gemeinsames Geheimnis ist, werden sie getrennt. Mit Folgen, die für beide grausam sind. Denn das, was sie verbindet, ist weit mehr als Liebe.


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""Ich muss weg", flüsterte ich, sprang auf - und griff nach Lucians Hand. Sie war glatt und weich wie Seide und sie gab mir Halt.
Wenn du in meiner Nähe bist, geht es mir gut.
Diesmal hörte ich ihn das nicht sagen, ich spürte es, tief in meinem Inneren. "
("Lucian", S.125)


Da ich bereits mehrere Bücher von Isabel Abedi gelesen hatte, die mich (meist) vollkommen begeistern konnten, war für mich außer Frage, dass ich irgendwann auch "Lucian" lesen werde. Nun war es soweit und ich ging mit ziemlich hohen Erwartungen an das Buch heran, da ich bisher hauptsächlich positive, völlig begeisterte Meinungen dazu gehört hatte. Erwartet hatte ich ein mitreißendes Buch, das sich durch seine überirdischen Elemente von den anderen bisherigen Büchern von Isabel Abedi abheben würde. Nachdem ich es nun beendet habe, bin ich ein klein wenig enttäuscht, da es für mich weder an "Whisper", noch an "Isola" heranreichen vermag.

Isabel Abedis Schreibstil, welcher sehr detailgenau, fantasievoll und wundervoll ist, begeisterte mich erneut sehr. Er erleichtert es in das Buch hineinzufinden und immer mehr lesen zu wollen. Isabel Abedi beherrscht es hervorragend den Leser in eine Situation hineinzuversetzen, so dass dieser sich fühlt, als wäre er selbst vor Ort. Noch dazu beigetragen haben auch die genauen Beschreibungen von Orten, Personen etc., wodurch diese direkt realer wirkten und mit ihrer Natürlichkeit sympathisch wurden und überzeugen konnten. Eben diese detailgenauen Beschreibungen haben mich an manchen Stellen allerdings ein wenig dazu veranlasst mich zu langweilen, da diese meiner Meinung nach gelegentlich zu langatmig waren und vermieden hätten werden können. Doch auch obwohl mir der Schreibstil generell gefiel, wurde ich nicht so richtig "warm" mit dem Buch.
Kurz nach dem Beginn schon fiel es mir schwer der Handlung des Buches folgen zu wollen. Hauptsächlich lag dies wahrscheinlich daran, dass mir der Charakter der Protagonistin Rebecca nicht wirklich gefiel. Ihre Naivität und unreife Art ließen mich häufig beim Lesen die Augen verdrehen und mir wünschen, dass sie sich in bestimmten Situationen anders verhalten würde. Beispielsweise konnte ich ihr Verhalten gegenüber anderen Charakteren im Buch wie ihrer besten Freundin Suse, deren Probleme sie kaum Beachtung schenkt , nicht verstehen.
Gefangen in ihrer Welt, die durch das plötzliche und myteriöse Auftauchen von Lucian aus den Fugen gerät, wird auch in den Beschreibungen ihrer Gefühle viel von einem hilflosen Mädchen, das auf der Suche nach Erklärungen für diese unerwarteten Geschehnisse ist, vermittelt. Lucian, der eines Nachts plötzlich vor ihrem Fenster steht, taucht immer wieder in ihrem Leben auf und Rebecca kann sich weder erklären, weshalb sie sich zu ihrem hingezogen fühlt noch weshalb diese seltsame Verbundenheit zwischen ihnen von Anfang an besteht.


Ich muss sagen, die Handlung hat mich ziemlich intressiert und die Idee von Beschützern, die einen Menschen sein Leben lang begleiten fand ich ziemlich schön und interessant, doch leider fehlte es mir hier an der richtigen Umsetzung.
Da eigentlich hauptsächlich die Aufdeckung des Geheimnises von Lucian, der selbst nichts über seine Identität weiß, im Mittelpunkt des Buches steht, kommt dieser selbst nicht besonders oft "in Erscheinung". Andere Dinge wie beispielsweise die Beziehungsprobleme von Rebeccas Freundin Suse werden deutlich dargestellt und vertieft, was häufig auch der Grund war, weshalb ich das Buch mehrmals aus den Händen gelegt habe, um diesen Dingen wenigstens für kurze Zeit zu entfliehen. Ich sehnte mir oftmals das Ende des Buches herbei, da ich zwar neugierig auf die letztendliche Aufklärung war, aber dennoch meine Leselust durch die Langatmigkeit des Buches eingedämmt wurde.
Ehrlich gesagt gefielen mir manche Nebencharaktere besser, als Rebecca oder Lucian. Da man wenig von Lucian erfährt, konnte ich mir kein genaues Bild von ihm machen, wodurch ich ihn auch nicht besonders in mein Herz schloss. Sebastian, der Ex-Freund von Rebecca, der allerdings immer noch um deren Liebe kämpft und die Hoffnung auf eine zweite Chance noch nicht aufgegeben hat, wirkte für mich dafür umso authentischer und sympathischer.

Nachdem relativ auf der Hälfte des Buches die Ereignisse einen Wendepunkt nahmen baute sich zum ersten Mal auch richtig Spannung auf, die mich wieder dazu antrieb weiterzulesen und gespannt auf den weiteren Verlauf zu schauen. Schade, dass die Spannung nicht länger aufrechterhalten werden konnte. Vor allem das Ende hätte ich mir anders vorgestellt - es wird zwar alles aufgeklärt, aber die wirkliche Faszination hat mir dabei leider gefehlt. Die Ereignisse erreichen zwar ihren Höhepunkt, jedoch war es für mich nicht das besonders gelungene Ende, worauf 553 Seiten zuführen sollten.





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Ein schöner Roman für zwischendurch, der zwar aufgrund einer interessanten Handlung Neugierde aufkommen lässt, aber dessen Umsetzung dem was es verpsricht nicht gerecht werden kann. Langatmigkeit und geringe Spannung waren für mich vorherrschend beim Lesen.
Ich bin mir sicher, viele erreicht das Buch und vermag es sie in seinen Bann zu ziehen, bei mir hat das leider nicht ganz funktioniert. Jedoch freue ich mich schon auf weitere Bücher von Isabel Abedi, die mich hoffentlich mehr begeistern können, als "Lucian".


1 Kommentar:

captain cow hat gesagt…

Schade, dass dich das Buch nicht so begeistern konnte. Ich muss aber auch sagen, dass "Isola" mich deutlich mehr mitreißen konnte, weil da (meiner Meinung nach) alles stimmte und die Stimmung Brasiliens soo gut eingefangen wurde.
Deine Kritikpunkte kann ich größtenteils gut verstehen. Mir hat das Buch zwar ein wenig besser gefallen, aber vor allem was den Stil anbelangt, gibt es bessere Bücher von Isabel Abedi. Mir wurden hierbei viel zu viele Markennamen genannt, das war einfach überflüssig.

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