Boy 7 - Mirjam Mous

Dienstag, 28. Februar 2012

Titel: Boy 7, Vertraue niemandem. Nicht einmal dir selbst.
Autorin: Mirjam Mous
Preis: 12,99€
Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: Januar 2011
Seitenanzahl: 268

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Stell dir vor du kommst auf einer glühend heißen kahlen Grasebene zu dir und weißt weder, wohin du unterwegs bist, noch, woher du kommst oder wie du heißt. Die einzige Nachricht auf deiner Mailbox stammt von dir selbst: "Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei."
Wer bist du? Wie bist du hierher geraten? Und wem kannst du vertrauen?
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Gekauft habe ich mir "Boy 7", weil meine Neugier sofort nach dem ersten Lesen des Klappentextes angeregt wurde. Ich war mir allerdings nicht vollkommen sicher, da ich Thrillern normalerweise ein wenig skeptisch entgegenblicke.
Ich befürchtete von Anfang an, dass ich mich doch geirrt haben könnte und dieses Genre nun doch nicht gänzlich zu mir passt und ich mit dem Kauf des Buches einen "Fehler" begangen haben könnte - auf den ersten Seiten schien mein Verdacht sich schließlich leider zu bestätigen.
Die Ereignisse zu Beginn konnten mich leider nicht ganz gefangen nehmen und verwirrten mich zunächst von Seite zu Seite immer mehr. Die Idee eines Jungen, der durch einen Gedächtnisverlust verursacht, auf die Suche nach sich selbst und seiner Vergangenheit geht fand ich eigentlich recht gut, allerdings konnte meiner Meinung nach eben diese Idee zunächst nicht recht vermittelt werden. Da das Buch aus der Sicht von Sam - Boy 7 - geschrieben ist, tritt vor allem ein recht einfacher, aber dennoch flüssiger Schreibstil auf. Zu Beginn jedoch störten mich mehrere Kleinigkeiten, die wahrscheinlich hauptsächlich auch damit verbunden waren, dass mir Thriller nicht allzu vertraut sind. Genau wie Boy 7 wird auch der Leser mitten in eine unerklärliche Situation geworfen - Erklärungen fehlen und es entstehen immer mehr Fragen, die erst langsam geklärt werden können. Oftmals hätte ich mir gewunschen, dass Mirjam Mous bestimmte Dinge weiter ausgebaut hätte und wenn möglich die Chraktere besser beschrieben hätte.
Sehr gut gefallen hat mir, dass der Leser zusammen mit dem Protagonisten die Hintergründe zu dessen Vergangenheit etc. aufdeckt und man sich sogleich mit ihm identifizieren kann. Die Gefühle wie beispielsweise Schock und Ungläubigkeit nachdem Boy 7 nach und nach mehr über seine Vergangenheit erfährt, werden dadurch verständlicher und dies hat mir persönlich den Charakter näher gebracht. Deswegen entsteht auch immer mehr Spannung, schließlich möchte der Leser erfahren, wie er in diese Lage kommen konnte und wie er nun versucht mehr über seine Vergangenheit zu erfahren.

Mehr begeistert als zu Beginn hat mich das Buch ungefähr nach der Hälfte, als die Vergangenheit von Boy 7 mit Hilfe eines Notizbuches, in dessen Besitz er durch Zusammenfügen verschiedener Hinweise und Deutungen gelangt ist, immer mehr Form annnimmt und man langsam in die weitrechenden Machtspielchen der CooperationX eingeführt wird.
Normalerweise bin ich kein Fan von Intirgen, allerdings finde ich diese hier sehr gut ausgestaltet und dadurch, dass man nach und nach die Beweggründe für das Verhalten der Personen erklärt bekommt auch sehr passend.

Es wird vor allem auf den Verlust von der eigenen Vergangenheit und Indentität hingewiesen, welche hauptverantwortlich dafür sind, dass die Fähigkeit Vertrauen in andere Menschen fassen zu können verloren geht. Diese Thematik hat mich sehr beschäftigt und deshalb begab ich mich gespannt zusammen mit Boy 7 auf die Suche nach seiner Vergangenheit.

"In einem vertrauten Umfeld achten die Leute selten oder nie auf ihre Umgebung. Wenn unser Nachbar plötzlich vom Erdboden verschwunden wäre, hätte das bestimmt jemand gemerkt. Aber als er seinen Schnurrbart abrasiert hat, ist es mir nicht aufgefallen. Der Nachbar war noch da, also dachte sich mein Gehirn den Schnurrbart von allein dazu."
(Boy 7, S. 158)

Auf das Ende wird die ganze Zeit hingearbeitet, allerdings hat mich gestört, dass viele Dinge doch vorhersehbar waren und nicht wirklich überraschen konnten. Zwar konnten auch zunächst die meisten Fragen geklärt werden, allerdings wirft der Epilog wieder neue auf. Womöglich wäre es besser gewesen, einen anderen Epilog zu schreiben, oder ihn einfach gänzlich weglassen.


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Ein spannender Roman, der für Unterhltung sorgt und mit seiner Thematik des Verlustes der eigenen Identität zum Nachdenken anregt. Aufgrund ein paar kleinen Bemängelungen...


1 Kommentar:

captain cow hat gesagt…

Thriller sind bis auf wenige Ausnahmen eigentlich auch nicht so mein Ding... Hm, aber die eher mittelmäßige Meinung macht mich dann doch skeptisch. Die Idee klingt ja gut, aber wenn es an der Umsetzung hapert, wär es wohl doch eher nichts für mich.
Danke für die tolle Rezension :)

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