"Ashes- Brennendes Herz" - Ilsa J. Bick

Samstag, 3. September 2011





Titel: "Ashes- Brennendes Herz"
Originaltitel: "Ashes"
Autor: Ilsa J. Bick
Verlag: Egmont Ink
Erscheinungsdatum: 4. August 2011
Seitenzahl: 502
















Kurzbeschreibung

Die siebzehnjährige Alex befindet sich auf einer Wanderung in den Bergen, als plötzlich die Natur um sie herum verrücktspielt und eine Druckwelle sie zu Boden wirft. Was war das? Alex hat keine Ahnung, aber sehr schnell wird klar, dass die Welt, die sie kannte, nicht mehr existiert. Die meisten Städte sind zerstört und die Überlebenden werden zur lauernden Gefahr. Das Einzige, worauf Alex noch zählen kann, ist ihre Liebe zu Tom. Gemeinsam versuchen die beiden, sich durchzuschlagen. Doch dann wird Tom verwundet, und Alex muss ihn schweren Herzens zurücklassen, um sein Leben zu retten. Als sie mit Hilfe zurückkehrt, ist er verschwunden. Eine packende Suche beginnt. Eine Suche nach Antworten, sich selbst und nach der einen ganz großen Liebe. Denn Alex weiß: Tom lebt, und sie wird ihn finden, komme, was wolle.



Lesgrund/Cover:
Zugegeben, das erste, was mich auf dieses Buch neugierig machte, war das Cover. Auf den ersten Blick mag es vielleicht nichts besonderes sein. Immerhin ist darauf ein typisches Frauengesicht abgebildet wie auf gefühlten tausend anderen Covern auch, doch ich glaube, besonders die Farben - dieses dunkle Königsblau bis Schwarz- in Kombination mit diesen "verwischten" weißen Vögeln haben mich auf das Buch aufmerksam werden lassen.
Spätestens nach dem Lesen des Klappentextes war es dann um mich geschehen: Ich musste dieses Buch lesen! Diese Szene, die auf dem Buchrücken abgedruckt war, hatte mich erahnen lassen, es diesmal mit einer Dystopie ganz anderer Art zutun zu haben.


Eigene Meinung:
"Sich selbst zu töten, bevor das Monster es tat, war ein Weg, dem Schicksal eins auszwischen und das Monster um seinen Sieg zu bringen. Doch jetzt waren sie und das Monster womöglich unzertrennlich, ein und dasselbe- was alles änderte."
("Ashes- Brennendes Herz", S. 98)


Nach den ersten 30-40 Seiten bestätigte sich meine oben genannte Vermutung: Anders als bei den meisten Dystopien oder Zukunftsromanen, die ich bisher gelesen habe, wird man als Leser nicht einfach achtlos in eine "neue Welt" katapultiert, die schon seit Jahrhunderten so existiert und mit der sich die Menschen nun abgefunden haben.
Nein, man ist an Ort und Stelle und "erlebt" die Katastrophe zusammen mit Alex mit, erlebt, wie urplötzlich ohne besondere Vorahnungen oder Anzeichen die Welt aus ihren Bahnen geworfen wird. Dabei jedoch tappt man genauso wie Alex und ihre späteren "Gefährten" im Dunkeln, sodass einem nichts anderes übrig bleibt, als über die Gründe der Geschehnisse zu spekulieren.
Besonders zu Anfang sind manche Szenen wirklich brutal und sehr detailiert geschildert, wovon ich glücklicherweise schon zuvor von gehört hatte, sodass ich mehr oder minder auf diese ekligen Szenen "gefasst" und vorbereitet war. Dennoch musste ich manchmal das Gesicht verziehen und hätte am liebsten wie bei einem Film die Augen zugekniffen, was logischerweise schlecht möglich war. Zum Glück legt sich das bis zur Mitte des Buches- nach einer Wendung mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte- wieder.
Und da wären wir auch schon beim nächsten Punkt: Ich glaube, ich habe selten ein Buch gelesen, das so unvorhersehbar wie dieses ist. Ich hatte ab der Mitte des Buches wirklich überhaupt keine Ahnung mehr, wohin mich die Geschichte führen würde. Ich wurde praktisch nur so mitgerissen von den Ereignissen, eine Überraschung folgte auf die nächste, ein Geheimnis nach dem anderen wurde gelüftet und dennoch lag ich mit meinen Vermutungen manchmal so dermaßen falsch daneben, dass ich nur ungläubig die Augen aufreißen konnte. Was nicht zuletzt an den wunderbar facettenreichen Charakteren lag: Alex blieb für mich bis zu Ende hin unberechnbar, was nicht heißt, dass ich nicht "warm" mit ihr wurde, nein. Auch ihre Entscheidungen konnte ich stets gut nachvollziehen, jedoch überraschte sie mich das ein oder andere Mal mit ihren Reaktionen auf bestimmte Ereignisse. Anfangs hatte ich wirklich keine Ahnung, was für eine Art von Mensch sie war, was sich bald herausstellen sollte und sie mir ab da an immer sympathischer wurde. Selten habe ich von einem so starken, verantwortungsvollem Mädchen gelesen, das dennoch nicht unecht oder übertrieben wirkte, sondern das ein oder andere Mal auch Egoismus und Menschlichkeit bzw. Fehlerhaftigkeit zeigte.
Auch bei den anderen Charakteren verhält es sich ähnlich. Allesamt habe ich sie als sehr undurchschaubar empfunden und konnte manch einen überhaupt nicht einschätzen, überhaupt nicht sagen, ob er nun etwas Böses im Schilde führt, oder nicht. Viele Charaktere, die ich für "Bösewichte" gehalten hatte, sollten sich als ganz andere Menschen herausstellen wo wir wieder bei dem Punkt "unvorhersehbar" wären. Dennoch hat Ilsa J. Bick ihre Charaktere nicht schwarz weiß gezeichnet, es gibt kein "gut" und "böse", sondern viele, viele Schattierungen und Facetten, was es mir unmöglich machte, diese realitätsnahen, authentischen Charaktere nicht in mein Herz zu schließen.
Noch ein Punkt, in dem sich "Ashes" von vielen anderen Dystopien meiner Meinung nach unterscheidet, ist, dass die Reaktion der Menschen nach einer solchen Katastrophe, die einem Weltuntergang ähnelt, sehr nachvollziehbar und realistisch reagiert haben. Keine Spur von "Friede, Freude, Eierkuchen" oder hoffnungsvolle Menschen, nein, von einer Zivilisation wie wir sie heute kennen, kann man gar nicht mehr sprechen. Ich glaube, dass sich die Menschen bei solch einer Art Katastrophe wirklich ähnlich verhalten würden, wie es Ilsa J. Bick beschrieben hat: Die Verzweiflung und Angst treibt viele in Brutalität und macht sie zu Menschen, die keine Rücksicht auf Verluste oder andere Mitmenschen nehmen, sondern nur noch an eines denken können: An das eigene Überleben.
Auch, dass die Gründe der Katastrophe nicht verborgen blieben und man sich einfach damit abfinden musste, sondern dass sie nach und nach logisch begründet werden bzw. von den Charakteren darüber spekuliert wird, fand ich sehr passend.
Noch dazu hat mich Ilsa J. Bick mit ihrem ungeheuren Ideenreichtum überzeugt. Gerade diese Veränderungen, die diese "Katastrophe" in den Köpfen, Charaktern und Fähigkeiten der Menschen bewirkt hat, fand ich überaus spannend und interessant, aber vor allem neu, zumindest habe ich noch kein anderes Buch gelesen, in dem sich etwas Ähnliches ereignet.
Zum Ende hin befand ich mich in einem ähnlichen Gefühlschaos wie Alex vermutlich selbst. Ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf steht, hatte keine Ahnung, was ich an Alex Stelle getan, wem ich vertraut hätte und wem nicht.
Das Ende blieb für mich genauso unvorhersehbar wie der Rest des Buches auch, dennoch oder vielleicht gerade deswegen finde ich es sehr gelungen. Ob von einem "Cliffhanger" gesprochen werden kann? Meiner Meinung nach auf jeden Fall, und was für ein übler und gemeiner. Deshalb soll die Fortsetzung bitte, bitte, bitte die sobald wie möglich erscheinen!

"Das war wirklich das Ende der Welt, wie sie sie bisher gekannt hatte."
("Ashes- Brennendes Herz", S. 398)



Fazit:
Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch, das man, sofern einen die Handlung interessiert, auf jeden Fall lesen sollte und sich auf gar keinen Fall von den zugegebenermaßen teilweise sehr detailiert geschilderten Actionszenen (von denen es glücklichweise nicht allzu viele gab), abschrecken lassen.
Ich schätze, auch ohne Cliffhanger könnte ich es nun kaum abwarten, den nächsten Band bitte, bitte, bitte bald in meinen Händen zu halten, um hinter die nächsten, noch ungeklärten Geheimnisse zu kommen und zu erfahren, wie es mit diesen wunderbaren Charakteren und überhaus spannenden Handlung weitergeht.
Trotz diesen oben genannten Szenen, die mich manchmal etwas gestört haben, kann ich es nicht übers Herz bringen, diesem Buch dafür einen Punkt abzuziehen, deshalb:







Vielen Dank an den - Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar!















Kommentare:

Diti hat gesagt…

Tolle Rezi. Das Buch klingt so toll und jeder schwärmt davon. Das muss ich auch lesen. LG, Diti

Andra hat gesagt…

hahahaha ... Das Mädchen im cover kommt mir irgendwie bekannt vor xDD

Ich habe dieses Buch schon lange auf meiner Wunschliste. Danke für deine ausführliche Rezension! <3

LG,
Andra

captain cow hat gesagt…

Sehr ausführliche Rezi. Ich hab letztens nur das Cover gesehen und mir kam der Name bekannt vor, weil du glaube ich mal davon geschrieben hattest (?). Jedenfalls eine tolle Rezension, die mich richtig neugierig macht. Dass man die Katastrophe miterlebt, hat mir ja bei "Die Welt wie wir sie kannten" schon fasziniert, deshalb denke ich nicht, dass ich dieser Geschichte hier abgeneigt wäre. Hoffentlich finde ich sie mal in der Bibliothek... Oder hoffentlich ist das Buch nicht allzu teuer (:

Zu deinem Kommentar:
Vielen Dank (: Das letzte Bild ist auch irgendwie mein Lieblingsbild. Allerdings habe ich kein spezielles Objektiv oder sonst irgendwelchen Schnickschnack dazu benutzt :) So ein Objektiv hätte ich allerdings gerne... *-* Ich liebe Makrofotografien... :]

Belle hat gesagt…

Du hast mich jetzt wirklich neugierig gemacht :D Das Buch kommt aufjedenfall auf meine Wunschliste!
Liebe Grüße, Belle :)

elif hat gesagt…

ooh, das muss ich lesen, glaube ich :D wie funktioniert eigentlich dieser ganze schnack mit den rezensionsexemplaren? fragt man da an, oder muss man gucken, ob man selbst kontaktiert wird? oO

"ich wünschte, ich könnte dich hassen" find ich bis jetzt echt gut! und ich bin wirklich, wirklich gespannt, wie das ausgeht... am liebsten würde ich es jetzt schon wissen. ich glaub, ich bin zu ungeduldig für das genre, kein wunder, dass ich sonst nicht so viel in der richtung lese :D

captain cow hat gesagt…

Ich bin schon mal gespannt, wie dir "Zwei an einem Tag" so gefallen wird. Ich wünsch dir viel Spaß damit :) Stimmt, vor dem Film sollte man es wirklich gelesen haben. Den Trailer hab ich aber auch erst gefunden, als ich mit dem Buch fertig war und ihn mir dann angeschaut... und er hat mir wirklich gefallen. Von daher: Nicht mehr lange warten! :D :D :D

Hach, ich sollte mich auch mal um Rezensionsexemplare bemühen. Ich lese soo viel und rezensiere die meisten Sachen ohnehin, deshalb wär das vielleicht ganz praktisch :]

Oh ja, die Objektive sind echt teuer. Und dummerweise gibt es ganz viele Makroobjektive nur mit Autofokus, was ich irgendwie bescheuert finde, weil ich so gut wie nie mit Autofokus fotografiere... :/
Uh, was hast du denn für Makrolinsen? Ich bin auch die ganze Zeit am Überlegen, ob ich mir nicht mal welche kaufen sollte.
Hm, das ist blöd, wenn du nicht dazu kommst :/ Bei mir sieht's in letzter Zeit aber auch eher schlecht aus (bis auf Fotos, die ich zu Hause irgendwie mache). Allerdings hab ich noch soo viele Bilder aus dem Urlaub, die ich erstmal rumzeigen und nachbearbeiten kann :D

captain cow hat gesagt…

Aw, okay :D Also ich liebäugle ja gerade mit einem Makrolinsen-Set mit +1, +2, +4 und +10 - letztere dürfte in meisten Fällen eher unbrauchbar sein, aber alle 4 neu für etwa 20 € ist ja ziemlich gut, eigentlich. Natürlich könnte ich sie mir auch einzeln kaufen, aber ich weiß nicht so recht, welche ich am ehesten brauche. Und wenn ich mir 2 für 16 € kaufe, kann ich auch gleich alle 4 nehmen ^^
Ja, Makroobjektive sind schon was tolles *_* Postest du deine Fotos eigentlich auch mal hier? :D

elif hat gesagt…

ui, vielen dank für deine ausführliche antwort! :) das klingt ja überhaupt nicht schwierig. ich finde es wirklich eine praktische idee für blogger, weil man so vor allem bei gebundenen büchern echt geld sparen kann. nur hab ich ein paar bedenken, weil mein blog ja kein reiner bücherblog ist.. :/ naja, versuchen kann man es ja trotzdem, ich werd mich bei den neuerscheinungen mal umsehen :)

uhhh, und freut mich, dass dir das mit den songs of the week so gefällt! ich hatte es gestern vergessen, aber da war ich auch nicht so fit.. :D

einen 2. teil zu "ich wünschte, ich könnte dich hassen"`? oh oh, endet es also doch nicht gut...`? :( arrrgh ich muss lesen :D:D

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